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Donnerstag,
22. Mai 2008. Von Langenau nach Ochsenhausen (65 Km) Wir sind müde. Irgendwas hat uns gestern müde gemacht. Entweder wir sind jetzt nach genau drei Wochen Radfahren mit nur zwei Pausentagen generell müde geworden, oder es war die gestrigen Etappe. Dabei war es gestern körperlich gar nicht mal so anstrengend. Bis auf die harsche Steigung vom Brenztal hinauf auf das Plateau war die Etappe ja keineswegs strapaziös. Doch die ständige Präsenz des Autoverkehrs und die vielen Siedlungen und bebauten Zonen haben verhindert, dass die Seele ins Baumeln kam - um das mal so auszudrücken. Gegenden, wo das Auge weit schweifen konnte und gleichzeitig keine Lärmbelästigung vom Strassenverkehr vorherrschte, waren gestern eher selten. Ob ich diese Route von Ulm bis Aalen nochmals so fahren werde? Und, klar, nach den vielen Etappentagen macht sich auch eine gewisse körperliche Müdigkeit breit. Ein/zwei Pausentage täten jetzt natürlich schon gut, aber der Wunsch, das Projekt nun auch zu Ende zu führen, ist dann doch stärker. Und es ist nicht etwa so, dass ich hier die treibende Kraft wäre - Margrit ist vom gleichen Ehrgeiz gepackt. Und, ach was, eigentlich geht's uns gut damit! Ist schon toll, soweit gekommen zu sein. Und die Gegenden hier im Süden, auch wenn sie mir nun längst gut bekannt sind, runden das ganze Bild noch zusätzlich ab. Trotzdem, wie gesagt, wir sind etwas müde geworden. Ein Blick aus dem Fenster zeigt heute Morgen das gleiche Bild wie gestern schon: einen trüber Himmel. Die Temperaturen sind knapp im einstelligen Bereich, also braucht's Handschuhe und die warme Mütze, auch schon wie gestern. Allerdings ist es trocken. So machen wir uns denn auf nach Ulm. Wir wollen heute bis nach Ochsenhausen fahren und die Anstiege im oberschwäbischen Ländle auf morgen vertagen. Also zuerst mal Ulm. Reinfahren, durchfahren, alles kein Problem. Kurz vor der Stadt fährt Margrit noch einen Platten im Vorderreifen, so kommen wenigstens Luftpumpe, Reifenheber und Ersatzschlauch mal zum Einsatz und ich hab sie nicht umsonst mitgeschleppt. Hinter Ulm ist dann der Donau-Bodensee-Radweg schon vorbildlich ausgeschildert und ab Dellmensingen folgen wir dann dieser Route. Vorher, an der Donau, waren recht viel Radler mit Gepäck unterwegs, mehr als ich während der letzten Reisen hier gesehen hatte. Das macht mir auch gleich wieder Appetit auf diese Strecke. Eigenartig, was mich mit dem Donauradweg verbindet - ob das immer noch der Zauber der allerersten Radreise ist? Von Dellmensingen bis Laupheim sind wir immer noch im Schwemmland von Donau und (wahrscheinlich) Rottum unterwegs und dementsprechend flach geht es dahin. Ab Laupheim folgen wird dann der Rottum und müssen kurz vor Ochsenhausen doch noch mal kräftig in die Eisen treten, ein Vorgeschmack auf den morgigen Tag. Das Ringhotel Mohren wird ab 14 Uhr unser Domizil für den Rest des Tages |
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