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Samstag,
24. Mai 2008. Von Hasenweiler nach Friedrichshafen (33 Km) Unsere letzte Unterkunft auf dieser Reise war grad richtig für einen angenehmen Urlaubsausklang. Das Anwesen ist in ein kleines, enges Tal eingebettet, rings um das Gebäude wuchert es grün und saftig, es gibt hier Stallhasen und Enten und junge Gänse und einen Pferdestall und die Terrasse lädt so richtig zum Entspannen ein, was besonders beim gestrigen Sommerwetter geradezu ideal war. Nun also die letzte kurze Etappe bis zum Bodensee. Gleich bei der Ausfahrt aus dem Gasthof-Areal kommt uns ein Landwirt entgegen, der ein vier Wochen altes Fohlen am Zügel hält und wir dürfen das neugierig-scheue Wesen ausgiebig bewundern. Und schon sind wir wieder auf Piste. Tendenziell sollte es heute eigentlich nur mehr bergab gehen, aber ein paar Anstiege warten schon noch auf uns, bis wir dann endlich über den Berg sind und hinunter zum See rollen können. Von Haslachmühle bis Urnau dürfen wir nochmals Natur pur geniessen. Ein kleines Strässchen entlang eines Bachlaufes nimmt uns auf, wir radeln fernab jeglichen Autoverkehrs durch ein bewaldetes Tal und bekommen nochmals eine reichliche Portion Idylle spendiert, bevor wir bei Oberteuringen allmählich in den Sog Friedrichshafens geraten und wie aus einem Traum auftauchen und mit der Realität konfrontiert werden. Und dann eben hinein in die grosse Stadt, zur Fähre geradelt, hinauf auf die Fähre und hinüber nach Romanshorn. Hier am Bodensee sind natürlich viele Touristen unterwegs, für die diese Gegend hier die eigentliche Urlaubsdestination ist. Für uns markiert der Bodensee diesmal allerdings den Endpunkt der Reise. Sonderbares, aber sehr glückliches Gefühl, als wir die staubigen und bepackten Bikes auf die Fähre schieben, zwischen all den anderen Radlern und Tagesausflüglern. Wir haben es wirklich geschafft! Von Flensburg bis nach Friedrichshafen! Nach vierzig Minuten sind wir drüben in Romanshorn und dort steht schon der Zug nach Zürich bereit... Erstaunlicherweise fühlen wir uns trotz der wenigen Pausentage auf dieser Reise ziemlich erholt und relaxt. Dabei sind unsere Tagesetappen diesmal im Durchschnitt nicht kürzer ausgefallen als bei früheren Reisen. Wahrscheinlich spielte die gute (damit meine ich vor allen Dingen tageszeitlich passende) Ernährungslage eine gewisse Rolle, denn gerade während der Frankreichreise 2007 bekam uns dieser Aspekt gar nicht so gut. Wenn man, wie wir, auf die Öffnungszeiten der Restaurants angewiesen ist, dann muss man sich für Frankreich ein anderes Konzept überlegen - wenn man erst gegen 19:00 oder 19:30 im Restaurant Platz nehmen kann und sich dazu noch die Zeiten für Bestellung und Zubereitung der Speisen addieren, dann bekommt man sein Essen erst zu einem Zeitpunkt serviert, an dem man eigentlich schon gar nichts mehr hinunter bekommt. Das ist eben in Deutschland anders, wie ich weiter oben schon schrieb und genau das hat uns gut getan. Im Vergleich zu Frankreich gefällt uns in Deutschland auch das Konzept mit den ausgeschilderten Fernradwegen besser, die ja so verkehrsfrei wie möglich geführt werden. Und die Beschilderung derselben ist bis auf wenige Lücken auch einwandfrei oder zumindestens ausreichend. Allerdings steht man dann jenseits dieser ausgeschilderten Trassen manchmal etwas im Walde, wenn man sich eigenmächtig seinen Weg auf kleinen Landstrassen suchen möchte. Da in Deutschland die Strassen nicht durchnumeriert sind, wie es zum Beispiel in Frankreich der Fall ist, und auf den Wegweisern oft nur die grösseren Orte angeschrieben sind, gestaltet sich das Vorankommen während mancher Passagen als ansatzweise Glückspiel, das heisst, man landet halt dann unter Umständen auf einer grösseren Strasse und nicht auf den kleinen Wirtschaftsweg, den man sich eigentlich auserkoren hat. Sehr gut bewährte sich das Bett&Bike-Verzeichnis. Wenn man am Vortag schon das Zimmer reserviert, ist man die Sorge um die Verfügbarkeit einer Unterkunft am Etappenende los. Landschaftlich am meisten beeindruckend waren das Werratal und das Taubertal von Creglingen bis Rothenburg. Eine positive Überraschung das Steinhuder Meer, das ich von einer früheren Reise her als völlig langweilig und uninteressant in Erinnerung hatte. Bad Soden-Allendorf und Bad Salzungen waren willkommene Leckerbissen für zwischendurch, wobei man hier zum Wiederholungstäter werden könnte, und das bisschen Thüringen war Lockstoff genug, um sich mal Gedanken über einen weiteren Besuch dieses Bundeslandes zu machen. Der Norden Deutschlands konnte mit seiner überdurchschnittlich freundlichen und im wahrsten Sinne preiswerten Gastronomie punkten, wobei ich auch dort die Gegend nicht unerwähnt lassen möchte. Lediglich die flache Topografie erscheint einem ruhelosen Geist, wie ich es nun mal bin, ab einem gewissen Zeitpunkt als etwas zu eintönig. Das Evergreen schlechthin natürlich Rothenburg ob der Tauber, trotz der Invasionen fernöstlicher Bustouristen immer wieder ein Schmuckstück erster Güte (abends hat man die Stadt dann eh für sich). Erwähnenswert sind auch die etwas weniger befahrenen Abschnitte zwischen den Flusstälern von Leine und Werra und Werra und Main. Einsamer geht's hier zu, man sieht kaum Gleichgesinnte, dafür wird man für die hier abgeleisteten Höhenmeter mit Panoramablicken belohnt. |
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