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Samstag,
9. Mai. Von Riedenburg nach Sinzing (41 Km) Wenn ich schon mal in der Gegend bin, dann will ich auch meine Schwester samt Familie besuchen, ist ja klar. Wegen Platzmangel übernachte ich in einem Hotel in der Nähe von Regensburg und lasse mich später abholen. Doch vorher steht natürlich noch eine Etappe an, wenn auch eine kurze. Das Gewitter ist wohl schuld daran, dass ich heute im Nebel losziehen muss. Wobei dieses "Müssen" natürlich relativ zu sehen ist, denn sobald die Sonne anfängt den Nebel aufzulecken, gibt's interessante Stimmungen. Ich gleite ruhig am Fluss entlang, freue mich über die Burgen, die immer wieder mal im Nebel auftauchen und als ich an der Befreiungshalle vorbei rolle, ist der Nebel schon fast gänzlich aufgesogen und es wird ein schwül-warmer und sonniger Tag. In Kehlheim ist gar nicht mal so viel los, nur wenige Touristen streben zu den Fahrgastschiffen. Überhaupt hab ich in den letzten Tagen weniger Radfahrer als erwartet gesehen. Ist halt doch noch keine Ferienzeit und bis Pfingsten ist ja noch ein Weilchen hin. Ich bin nun wieder an der Donau, die hier natürlich recht mächtig ist. Irgendwo nach Kelheim versperrt mir ein Polizeiauto die Weiterfahrt und eine Polizistin bittet mich und mit mir zwei Jogger, mal für eine Weile anzuhalten, denn fünfzig Meter weiter vorne liegt ein Biber mit gebrochenem Rückgrat auf dem Weg und der bekommt gleich von ihrem Kollegen den Gnadenschuss verpasst. Und während sie noch spricht, knallt es hell und dann noch einmal und bevor ich das alles registriert, eingeordnet und verdaut habe, sehe ich, wie ein Polizist den toten Biber am Schwanz gepackt an den Wegesrand schleift und in einem Buschwerk versteckt. Mann, ist das Tier gross! So ein Kaliber hab ich ja noch nie gesehen! Da mischt sich Staunen in die traurige Stimmung und so rolle ich langsam weiter. Das Tier ist von einem Fischer verletzt worden. Hier nimmt der Biber anscheinend überhand und das gibt Konflikte mit den ansässigen Fischern, wie halt auch bei den Kormoranen, den Luchsen, den Wölfen, den Bären Weiter geht's,
die restlichen paar Kilometer auf dem Donauradweg und bald komme ich nach
Sinzing, beziehe mein Zimmer, mache mich frisch und den Rest des Tages
verbringe ich bei meinen Angehörigen. |
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