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Mittwoch, 18. August 2010.
Von Mattsee nach Seewalchen (54 Km)
 

Nach dem sehr exzellenten und - wenn man an Zürcher Preisniveau gewohnt ist - durchaus preiswerten (im wahrsten Sinne des Wortes) Dinner frage ich vorsichtshalber lieber doch noch mal bei der Hotelrezeption nach, ob das mit der Zimmervergabe kein Missverständnis war. Schliesslich hatten wir ein Doppelzimmer zu einem bestimmten (weitaus günstigeren) Tarif gebucht. Nein, das wäre schon in Ordnung so, wir sollten uns da mal keine Sorgen machen… Nun, da sag ich dann nichts mehr und geniesse lieber noch ein Viertel Blaufränkischen. Abgesehen von dieser erstklassigen Unterkunft ist das sowieso eine Gegend nach meinem Geschmack - diese drei kleinen Seen, eingebettet in ein Hügelland.

Heute frühstücken wir bei Sonnenschein, bedienen uns vom reichhaltigen Buffet im verglasten Atrium des Hotels, dessen Perfektion auf wohltuende Art und Weise durch einen frechen Sperling gebrochen wird, der es irgendwie bis hier herein geschafft hat und der versucht, an die Leckerbissen des Buffets zu gelangen.

Mit der Sonne im Gesicht rollen wir aus dem Ort, zuerst entlang einer grossen Strasse nach Aug, dann auf kleinerer Trasse über Lochen nach Lengau. Der Mattsee ist längst hinter Hügeln verschwunden, als wir uns über Strasswalchen, Irrsdorf, Oberhofen zum Flüsschen Vöckla voran arbeiten. Komische Gegend hier. Ich will nicht sagen, dass es bedrückend wirkt, aber irgendwas taugt uns hier nicht so recht. Dabei gefiel es uns ein paar Kilometer weiter zurück, am Mattsee, so ausnehmend gut. Vielleicht liegt's an der Kleinräumigkeit der Landschaft hier. Oder auch nicht - anderenorts sind wir ja gerade von so etwas sehr angetan. Doch was soll man gross analysieren: als wir in Weissenkirchen und später in St. Georgen eintreffen, wo wir Mittagsrast halten, ist das auch vorüber. Und schliesslich hat man ja auch seine persönlichen Tagesstimmungen, sein inneres Klima.

Bevor wir unser heutiges Tagesziel erreichen, wartet noch ein Höhenzug, der Buchberg, auf uns. Dieser liegt quer auf dem Weg nach Seewalchen. Diese Höhe zu erklimmen ist weniger anstrengend als erwartet - gestern haben wir weit Schlimmeres bewältigt - doch die Abfahrt hinunter zum Attersee (übrigens auf einer ausgeschilderten Route, dem "R2") ist stellenweise kriminell. Steil geht's da hinunter, durch ein Dorf hindurch ist der Weg nicht asphaltiert und weist Hühnerei grosse Steine und Geröll auf. Das hindert den Fahrer eines Lieferwagens nicht daran, mit vollem Karacho bergab zu preschen. Aber hallo! Wir sind da mal lieber eine Spur vorsichtiger und tasten uns Meter für Meter nach unten. Schliesslich wird der Weg wieder zu einem Asphaltsträsschen und bald sind wir in Seewalchen und finden zum Litzlberger Keller, wo wir uns für zwei Nächte einquartiert haben - morgen ist Ruhe angesagt.

Ein bisschen enttäuscht sind wir erstmal schon. Um den Attersee herum führt eine grosse Strasse, an der auch unser Hotel liegt. Um zum See zu gelangen muss man diese Strasse überqueren. Unten am See führt leider kein Fussgängerpfad vom Hotel bis hinein ins Städtchen (das Hotel liegt etwas ausserhalb). Und heute hat das Hotelrestaurant Ruhetag. Ausgerechnet. Also watscheln wir abends dann doch noch zu Fuss die Strasse entlang bis zum nächsten Restaurant. Das lohnt sich allerdings. Wir sitzen auf einer Terrasse mit Blick über den See. Und unser Hotel verfügt auch über einen eigenen Badesteg…das versöhnt natürlich. Zumindest ein klein wenig.

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