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Nach
dem sehr exzellenten und - wenn man an Zürcher Preisniveau
gewohnt ist - durchaus preiswerten (im wahrsten Sinne des Wortes)
Dinner frage ich vorsichtshalber lieber doch noch mal bei der
Hotelrezeption nach, ob das mit der Zimmervergabe kein Missverständnis
war. Schliesslich hatten wir ein Doppelzimmer zu einem bestimmten
(weitaus günstigeren) Tarif gebucht. Nein, das wäre
schon in Ordnung so, wir sollten uns da mal keine Sorgen machen
Nun, da sag ich dann nichts mehr und geniesse lieber noch ein
Viertel Blaufränkischen. Abgesehen von dieser erstklassigen
Unterkunft ist das sowieso eine Gegend nach meinem Geschmack -
diese drei kleinen Seen, eingebettet in ein Hügelland.
Heute frühstücken wir bei Sonnenschein, bedienen uns
vom reichhaltigen Buffet im verglasten Atrium des Hotels, dessen
Perfektion auf wohltuende Art und Weise durch einen frechen Sperling
gebrochen wird, der es irgendwie bis hier herein geschafft hat
und der versucht, an die Leckerbissen des Buffets zu gelangen.
Mit der Sonne im Gesicht rollen wir aus dem Ort, zuerst entlang
einer grossen Strasse nach Aug, dann auf kleinerer Trasse über
Lochen nach Lengau. Der Mattsee ist längst hinter Hügeln
verschwunden, als wir uns über Strasswalchen, Irrsdorf, Oberhofen
zum Flüsschen Vöckla voran arbeiten. Komische Gegend
hier. Ich will nicht sagen, dass es bedrückend wirkt, aber
irgendwas taugt uns hier nicht so recht. Dabei gefiel es uns ein
paar Kilometer weiter zurück, am Mattsee, so ausnehmend gut.
Vielleicht liegt's an der Kleinräumigkeit der Landschaft
hier. Oder auch nicht - anderenorts sind wir ja gerade von so
etwas sehr angetan. Doch was soll man gross analysieren: als wir
in Weissenkirchen und später in St. Georgen eintreffen, wo
wir Mittagsrast halten, ist das auch vorüber. Und schliesslich
hat man ja auch seine persönlichen Tagesstimmungen, sein
inneres Klima.
Bevor wir unser heutiges Tagesziel erreichen, wartet noch ein
Höhenzug, der Buchberg, auf uns. Dieser liegt quer auf dem
Weg nach Seewalchen. Diese Höhe zu erklimmen ist weniger
anstrengend als erwartet - gestern haben wir weit Schlimmeres
bewältigt - doch die Abfahrt hinunter zum Attersee (übrigens
auf einer ausgeschilderten Route, dem "R2") ist stellenweise
kriminell. Steil geht's da hinunter, durch ein Dorf hindurch ist
der Weg nicht asphaltiert und weist Hühnerei grosse Steine
und Geröll auf. Das hindert den Fahrer eines Lieferwagens
nicht daran, mit vollem Karacho bergab zu preschen. Aber hallo!
Wir sind da mal lieber eine Spur vorsichtiger und tasten uns Meter
für Meter nach unten. Schliesslich wird der Weg wieder zu
einem Asphaltsträsschen und bald sind wir in Seewalchen und
finden zum Litzlberger Keller, wo wir uns für zwei Nächte
einquartiert haben - morgen ist Ruhe angesagt.
Ein bisschen enttäuscht sind wir erstmal schon. Um den Attersee
herum führt eine grosse Strasse, an der auch unser Hotel
liegt. Um zum See zu gelangen muss man diese Strasse überqueren.
Unten am See führt leider kein Fussgängerpfad vom Hotel
bis hinein ins Städtchen (das Hotel liegt etwas ausserhalb).
Und heute hat das Hotelrestaurant Ruhetag. Ausgerechnet. Also
watscheln wir abends dann doch noch zu Fuss die Strasse entlang
bis zum nächsten Restaurant. Das lohnt sich allerdings. Wir
sitzen auf einer Terrasse mit Blick über den See. Und unser
Hotel verfügt auch über einen eigenen Badesteg
das
versöhnt natürlich. Zumindest ein klein wenig.
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