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Die letzte
Etappe. Etwas wehmütig starten wir in den Tag, freuen uns
zwar über die Morgensonne, mit den Gedanken sind wir aber
immer öfters schon wieder beim Alltag, von dem uns nicht
mehr viel trennt. Wir machen uns auf den Weg durch das obere Kochertal.
Im Gegensatz zu gestern ist die Strecke heute wieder weitestgehend
flach, auch radeln wir wieder am Fluss entlang und kommen somit
gut vorwärts. Da die bisherige Wegeführung im Kochertal
einen so guten und auch neuen Eindruck macht, hatte ich darauf
gehofft, auch den Abschnitt an der B 19 erneuert vorzufinden.
Dem ist aber leider nicht so. Ein paar Kilometer lang müssen
wir also auf einem schmalen und geflickten Asphaltstreifen neben
der grossen Strasse her rollen, doch heute ist gibt es relativ
wenig Verkehr und es ist dementsprechend ruhig.
Allmählich
nähern wir uns den Vororten Aalens, sind dann recht schnell
in der Stadt selber und am Bahnhof. Eigentlich wollten wir heute
mit dem Zug nur bis Ulm fahren und dort noch das Münster
besichtigen und erst morgen bis nach Zürich reisen. Doch
im Aalener Bahnhof stellt man uns ein so günstiges Zugticket
für die Rückreise nach Zürich zusammen, das allerdings
nur heute gilt und keinen Unterbruch bis morgen ermöglicht,
dass wir uns für eine komplette Rückreise am heutigen
Freitag entscheiden. Aber dann kommt es halt trotzdem noch anders:
In Aalen
erst mal problemloses Einsteigen in den Regionalzug nach Ulm.
Eine Station später steigt eine Schulklasse ein, eine Station
weiter noch eine. Dann steigt die eine Schulklasse aus und eine
neue steigt ein. Das geht jedes Mal mit grossem Tohuwabohu vor
sich, man kennt das ja. Anscheinend hatten die heute alle Wandertag.
Etwas genervt kommen wir dann in Ulm an, wo sich auf unserem Bahnsteig
schon die Leute drängen. Unser Zug wird bereit gestellt,
viel zu kurz für das Fahrgastaufkommen. Im Wagen mit den
Velostellplätzen drängt sich schon wieder eine Jugendgruppe
und somit sind die Stellplätze für die Räder (es
sind diese Waggons mit den klappbaren Sitzen) natürlich belegt.
Wir sind schon drauf und dran, hier in Ulm zu bleiben und zu versuchen
das Ticket umzutauschen, als wir es doch noch schaffen, uns und
unsere Räder samt Gepäck im Waggon zu verstauen. Zwar
stehen die Räder jetzt im Gang, doch die Kontrolleuse zuckt
nur mit den Schultern und lässt es durchgehen. Als in Ravensburg
dann noch ein Herr mit Kontrabass und eine Gruppe Fussballfans
einsteigen, ganz stilvoll mit Bierfass, wird es uns zu bunt und
wir beschliessen, in Friedrichshafen den Zug zu verlassen. So
eingezwängt wie in einer Sardinenbüchse, das ist dann
doch nicht unser Ding. Immerhin sind die Fussballjünger sehr
freundlich und helfen uns, Räder und Gepäck in Friedrichshafen
nach draussen zu bugsieren. Phuuh, erst mal tief durchatmen. Was
war denn das jetzt? Ist das der Alltag in Deutschlands Regionalzügen?
Der Fehler lag wohl eindeutig bei uns. Am Freitagnachmittag sollte
man einfach keine Züge benutzen, die in Richtung Bodensee
unterwegs sind. Irgendwie haben wir das beim Ticketkauf nicht
realisiert.
Gestrandet
in Friedrichshafen, das übrigens heute auch nicht gerade
beschaulich auf uns wirkt, machen wir mit uns selber einen Deal:
Sollten wir ein Zimmer auftreiben, bleiben wir für heute
noch am Bodensee, falls nicht, nehmen wir die Fähre nach
Romanshorn und von dort den Zug nach Zürich. Die Hotels auf
dem Weg zur Touristeninfo sind ausgebucht, aber dort vermittelt
man uns eine Bleibe etwas ausserhalb der Stadt, eines der letzten
noch freien Zimmer in der Region, denn - man möcht's nicht
glauben - nach der Eurobike findet hier schon wieder eine Messe
statt, diesmal eine Bootsmesse.
Das Radfahren
auf diesem Abschnitt des Bodenseeradweges ist wahrlich kein Vergnügen,
denn man rollt hier auf einem Radweg neben der Bundesstrasse entlang,
und diese ist am Freitag völlig überlastet. Aber es
sind nur ein paar Kilometer, bis wir in Fischbach in unserem Hotel
ankommen und noch einen sehr angenehmen Nachmittag und Abend verleben.
Welch ein Genuss. Kein Gedränge mehr, kein Autolärm,
nur die Stille des Sees
Am nächsten
Morgen fahren wir mit der Fähre über den See nach Romanshorn
und steigen in den Zug nach Zürich.
Was für
eine interessante Reise...
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