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Freitag, 16. September 2011
Von Unterrot nach Aalen (50 Km) und Rückreise

Die letzte Etappe. Etwas wehmütig starten wir in den Tag, freuen uns zwar über die Morgensonne, mit den Gedanken sind wir aber immer öfters schon wieder beim Alltag, von dem uns nicht mehr viel trennt. Wir machen uns auf den Weg durch das obere Kochertal. Im Gegensatz zu gestern ist die Strecke heute wieder weitestgehend flach, auch radeln wir wieder am Fluss entlang und kommen somit gut vorwärts. Da die bisherige Wegeführung im Kochertal einen so guten und auch neuen Eindruck macht, hatte ich darauf gehofft, auch den Abschnitt an der B 19 erneuert vorzufinden. Dem ist aber leider nicht so. Ein paar Kilometer lang müssen wir also auf einem schmalen und geflickten Asphaltstreifen neben der grossen Strasse her rollen, doch heute ist gibt es relativ wenig Verkehr und es ist dementsprechend ruhig.

Allmählich nähern wir uns den Vororten Aalens, sind dann recht schnell in der Stadt selber und am Bahnhof. Eigentlich wollten wir heute mit dem Zug nur bis Ulm fahren und dort noch das Münster besichtigen und erst morgen bis nach Zürich reisen. Doch im Aalener Bahnhof stellt man uns ein so günstiges Zugticket für die Rückreise nach Zürich zusammen, das allerdings nur heute gilt und keinen Unterbruch bis morgen ermöglicht, dass wir uns für eine komplette Rückreise am heutigen Freitag entscheiden. Aber dann kommt es halt trotzdem noch anders:

In Aalen erst mal problemloses Einsteigen in den Regionalzug nach Ulm. Eine Station später steigt eine Schulklasse ein, eine Station weiter noch eine. Dann steigt die eine Schulklasse aus und eine neue steigt ein. Das geht jedes Mal mit grossem Tohuwabohu vor sich, man kennt das ja. Anscheinend hatten die heute alle Wandertag. Etwas genervt kommen wir dann in Ulm an, wo sich auf unserem Bahnsteig schon die Leute drängen. Unser Zug wird bereit gestellt, viel zu kurz für das Fahrgastaufkommen. Im Wagen mit den Velostellplätzen drängt sich schon wieder eine Jugendgruppe und somit sind die Stellplätze für die Räder (es sind diese Waggons mit den klappbaren Sitzen) natürlich belegt. Wir sind schon drauf und dran, hier in Ulm zu bleiben und zu versuchen das Ticket umzutauschen, als wir es doch noch schaffen, uns und unsere Räder samt Gepäck im Waggon zu verstauen. Zwar stehen die Räder jetzt im Gang, doch die Kontrolleuse zuckt nur mit den Schultern und lässt es durchgehen. Als in Ravensburg dann noch ein Herr mit Kontrabass und eine Gruppe Fussballfans einsteigen, ganz stilvoll mit Bierfass, wird es uns zu bunt und wir beschliessen, in Friedrichshafen den Zug zu verlassen. So eingezwängt wie in einer Sardinenbüchse, das ist dann doch nicht unser Ding. Immerhin sind die Fussballjünger sehr freundlich und helfen uns, Räder und Gepäck in Friedrichshafen nach draussen zu bugsieren. Phuuh, erst mal tief durchatmen. Was war denn das jetzt? Ist das der Alltag in Deutschlands Regionalzügen? Der Fehler lag wohl eindeutig bei uns. Am Freitagnachmittag sollte man einfach keine Züge benutzen, die in Richtung Bodensee unterwegs sind. Irgendwie haben wir das beim Ticketkauf nicht realisiert.

Gestrandet in Friedrichshafen, das übrigens heute auch nicht gerade beschaulich auf uns wirkt, machen wir mit uns selber einen Deal: Sollten wir ein Zimmer auftreiben, bleiben wir für heute noch am Bodensee, falls nicht, nehmen wir die Fähre nach Romanshorn und von dort den Zug nach Zürich. Die Hotels auf dem Weg zur Touristeninfo sind ausgebucht, aber dort vermittelt man uns eine Bleibe etwas ausserhalb der Stadt, eines der letzten noch freien Zimmer in der Region, denn - man möcht's nicht glauben - nach der Eurobike findet hier schon wieder eine Messe statt, diesmal eine Bootsmesse.

Das Radfahren auf diesem Abschnitt des Bodenseeradweges ist wahrlich kein Vergnügen, denn man rollt hier auf einem Radweg neben der Bundesstrasse entlang, und diese ist am Freitag völlig überlastet. Aber es sind nur ein paar Kilometer, bis wir in Fischbach in unserem Hotel ankommen und noch einen sehr angenehmen Nachmittag und Abend verleben. Welch ein Genuss. Kein Gedränge mehr, kein Autolärm, nur die Stille des Sees…

Am nächsten Morgen fahren wir mit der Fähre über den See nach Romanshorn und steigen in den Zug nach Zürich.

Was für eine interessante Reise...

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