Nun heisst der Fluss, nachdem sich die Werra in ihn ergossen hat, also Weser. Wir radeln über die alte Werrabrücke und auf dem Radweg an einer Ausfalltrasse entlang, bis wir hinter Gimte in ruhigere Gefilde eintauchen können. Kurz vor Bursfelde geht's dann mal so steil den Hang hoch, dass wir einfach keine andere Chance haben, als abzusteigen und die Räder zu schieben. Und das obwohl die beiden Faltis eigentlich recht kletterfreundlich sind. Oben muss man ein paar Hundert Meter einen ruppigen Waldweg entlang, um hinterher wieder ins Flusstal hinab gleiten zu können, wo es ab jetzt eben dahin läuft.

Die heutige Etappe ist wieder sehr sehenswert. Der Charakter des Flusses hat sich verändert. Seine Ufer sind nun nicht mehr mit Weiden bewachsen, sie sind frei und offen und der Fluss ist auch breiter geworden. Und hinter jeder Flussbiegung wartet ein anderes Panorama, eine andere Sicht auf die bewaldeten Hügel des Weserberglandes auf uns. Auch hier hat man abschnittsweise die Streckenführung geändert. Bei Gieselwerder wechselt man heutzutage die Flussseite und fährt links-weserisch nach Bad Karlshafen, damals verblieben wir auf der rechten Seite und mussten die letzten Kilometer bis zu dieser Stadt auf einem unbequemen Waldweg hinter uns bringen, soviel weiss ich noch.

 

Weil wir uns mal in Ruhe Bad Karlshafen ansehen wollen, das von der letzten Weserreise her wegen seiner französisch anmutenden Architektur als besonders in Erinnerung geblieben ist, wird es eine kurze Tagestour. Die Stadt ist von Hugenotten im 17. Jahrhundert erbaut worden, deswegen der französische Baustil, der sich deutlich vom Stadtbild der Orte ringsum abhebt. Wir lassen uns in der Touristen-Info ein Hotel direkt in der überschaubaren Altstadt vermitteln, gönnen uns eine kleine Siesta und sind nachmittags auf Erkundungskurs. Wobei es da nicht soviel zu erkunden gibt. Der sehenswerte Teil der Stadt ist schnell abgehakt. Es müsste was getan werden, stellt man schnell fest. Ein Teil der Gebäude schreit zumindest nach einem frischen Anstrich. Viele der kleinen Läden entlang der Hauptstrasse sind entweder von vornherein geschlossen, oder die Auslage ist hoffnungslos veraltet - hier hat wohl kein Generationswechsel mehr stattfinden können, kein Nachkomme des Inhabers mehr ein Auskommen für sich gesehen. Lange sitzen wir später noch unten am Fluss in einer Gastwirtschaft, beobachten das Treiben auf dem Campingplatz gegenüber, die wechselnden Lichtstimmungen, die einzelnen Kanufahrer, die sich abwärts treiben lassen. Nach meiner Regentour im Mai ist es ein Genuss, am Etappenende draussen sitzen und die Atmosphäre eines Ortes auf sich wirken lassen zu können.

 

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    Unser Flüsschen heisst ab jetzt Weser  
           
    Impressionen vom oberen Wesertal..  
           
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Bad Karlshafen I

 
     
    Bad Karlshafen II
     
    Bad Karlshafen III
           
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