Sonntag, 3.9.06. Von Cham nach Oberviechtach (68 Km)

Leider. Das schöne Wetter soll anscheinend - pünktlich zum Sonntag - pausieren und erst ab morgen soll es sich wieder langsam bessern, dann jedoch nochmals so richtig sommerlich werden. Der Himmel zeigt sich jetzt also erstmal bedeckt und es sieht sogar ein bisschen nach Regen aus. Wind kräftig wie gehabt. Ich bin dieses herbstlich-kühle Wetter ja schon seit mehr als einer Woche gewohnt, doch die Teilnehmer der Radlergruppe, die sich vor dem Biertor auf dem grossen Parkplatz sammeln (es kommen immer mehr dazu - das wird wohl ein Vereinsausflug), blicken recht skeptisch hinauf zum Firmament…auf dass es heute trocken bleiben möge!

Ich radle ein/zwei Kilometer meines gestrigen Weges zurück, bis ich auf die Beschilderung des "Regen-Schwarzachtal-Verbindungsweges" treffe. Zur Schwarzach, genau da will ich erstmal hin. Im Prinzip geht das nun mehr oder minder parallel zur B22. Zuerst über die Ortschaften Katzbach und Haid nach Pemfling und dann eine Weile lang auf Waldwegen durch den "finst'ren Tann". Irgendwo sehe ich mitten im Wald einen Bauern oder Waldarbeiter auf einem nagelneuen und futuristisch aussehendem Motorroller sitzen und vergeblich den Anlasser betätigen…es macht aber immer nur "krrrrr". Bei mir macht's nicht "krrrrr", sondern "schnurr", denn ich höre nur die leisen Kettengeräusche und den Leerlauf, wenn ich nicht trete. Es rollt gut heute. Ich meine wieder: innerlich. Zwar verhindert die Wolkendecke und die, im Vergleich zu gestern, kühle Temperatur und der Wind eine 1 A-Hochstimmung, aber ich freue mich auf meinen Vater und bin auch froh, dass ich die Strecke von Zürich bis hierher ohne Panne oder Unfall bewerkstelligt habe. Und genau genommen kann ich mich auch nicht über das Wetter beschweren. Ich bin ja kaum nass geworden. Aber das hab ich ja auch schon geschrieben. Ich wiederhole mich. Wird wohl langsam Zeit, dass ich mich mal wieder mit anderen Leuten unterhalte...

Als ich wieder aus dem Wald komme, das ist bei Grafenkirchen, darf ich kilometerlang eine leicht geneigte Strasse hinunter gleiten, auf Schönthal zu. Das rollt vielleicht! Dann biege ich in den Schwarzachtalradweg ein, kurve durch Steegen, lasse Rötz rechts von mir liegen. Es geht an der Wutzschleife vorbei, wo Margrit und ich unsere Hochzeitsfeier abgehalten haben. Und dann bin ich schon am Eixendorfer Stausee, wo einige Segler den Wind ausnutzen. Auf der Hauptstrasse, die ebenfalls abschüssig ist, peile ich Neunburg vorm Wald an, stosse innerorts wieder auf den Radweg und rolle über Katzdorf und Schwarzeneck auf Schwarzhofen zu. Hier ist an einer Kreuzung ein Unfall passiert, zwei demolierte Autos sind von der Strasse weg auf die Seite geschoben worden und die Polizei wuselt herum. Auf der Unfallstelle eine grosse rote Lache…igitt!

Bei Zangenstein stosse ich auf den "Bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg". Das ist die stillgelegte Bahnlinie von Nabburg nach Schönsee, die man vor einiger Zeit zum Radweg umfunktionierte und die anscheinend nun durchgehend befahrbar ist. Ich fädle mich zuerst mal hier ein, bin erstaunt über die (relative) Radlerdichte, bevorzuge aber dann doch die parallel dazu verlaufende Landstrasse, das aber eher aus sentimentalen Gründen - ich bin hier wohl schon tausendmal mit dem Auto unterwegs gewesen und will das nun mit dem Rad nachvollziehen…

Dann Pertolzhofen, dann der Blick auf Burg Murach, dann Niedermurach und schon bin ich in Oberviechtach auf der Zielgeraden...675 Kilometer sind es zwischen Oberviechtach und Zürich - zumindestens auf der Strecke, die ich jetzt herausgefahren habe. War irgendwie eine tolle Tour!