Montag, 4.9.06. Rund um Oberviechtach (23 Km)

Was bedeutet eigentlich "Heimat"? Was verbinden wir damit? Ist es der Landstrich, in dem wir aufgewachsen sind, der Heimatort oder das Elternhaus? Ich bin heute lediglich auf einem kleinen Rundkurs unterwegs, klappere die "magischen" Orte meiner Kindheit und Jugendzeit ab, spüre alten Zeiten nach, lasse mich treiben und versinke in Erinnerungen, man kennt das ja. Wie es wohl wäre, hier zu leben? Was mag das für ein Gefühl, für ein Selbstverständnis sein, an einem Ort geboren zu werden, dort aufzuwachsen, dort einen Beruf zu erlernen/zu ergreifen, Familie zu gründen und langsam älter zu werden? So wie es meine Eltern und der Grossteil meiner Verwandschaft gemacht hat? Das war bei der Nachfolgegeneration dann nicht mehr selbstverständlich. Meine eigenen Freunde aus Gymnasiumszeiten sind zum Beispiel in alle Winde zerstreut und nur ein kleiner Teil hat hier in der Region sein Auskommen gefunden. Der "Fluch" der höheren Schulbildung? Abitur gleich nachfolgendes Hochschulstudium gleich Job in der Grossstadt? Nun, zumindestens in meinem Fall ist das so.


Hier im Ort wird sehr viel gebaut. Ganze Siedlungen werden aus dem Boden gestampft. Auf den Spielplätzen meiner Kindheit, dem Teich, dem Wäldchen und den Wiesen, sind inzwischen längst Häuser und Garagen entstanden. Eigenartiges Gefühl, das mit anzusehen. Besonders, wenn man nur selten hierher zurück kommt und die Entwicklung wie in einem Zeitraffer miterlebt. Wenn man selbst in der "Fremde" weilt, denkt man sich den Heimatort immer starr oder statisch. Aber dem ist eben nicht so. Das Leben ist natürlich auch hier dynamisch, und alles verändert sich manchmal recht schnell. Und das macht es andererseits auch wieder einfacher, von hier weg zu fahren und sich auf das eigene Zuhause am neuen Wohnort zu freuen. Immerhin steht der riesige und so wunderbar ebenmässige Ahornbaum neben unserem Garten noch - das ist fürwahr ein Jugendfreund!