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Sonntag, 19. August 2007. Von Ramsen
nach Mengen (79 Km) Singen ist eine Stadt und zwar keine kleine, aber sie lässt sich bequem auf einem schmalen Spazier- und Radweg entlang der Radolfzeller Aach durchqueren. Dabei verbleibt der Hohentwiel als markanter Bezugspunkt immer in greifbarer Nähe. Bald macht die Radolfzeller Aach einen Knick und ich folge ihr eine Weilchen nach Nordosten, biege in eine kleine Strasse ein, die mich nach Friedingen und Steisslingen führt. Hier darf ich schon ein paar Steigungspunkte einsammeln, so quasi als Vorgeschmack auf heute noch zu erwartende Genüsse. In Steisslingen hatte ich mir ein Strässlein auserkoren, dass mich querbeet nach Wahlwies führen sollte, aber ich finde dieses einfach nicht, dafür jedoch Radwegschilder, die direkt nach Stockach weisen. Wo ich ja sowieso hin will. Nur radle ich jetzt auf einem Radweg neben einer recht frequentierten Strasse entlang und nicht durch die Prärie, wie ich mir das so vorgestellt hatte. Es sind viele Motorradfahrer unterwegs und, na ja, man wünscht sich wieder mal verschliessbare Ohrenlider. Gibt's nicht, kennen wir nicht, liefern wir nicht und so kurble ich eben lärmbelästigt seitlich am Kirnberg entlang, pfeife mir ein Liedchen dabei, lasse ein paar Minuten später die Zügel locker und der Schwerkraft ihren Lauf und rausche sowohl durch Orsingen, als auch durch Nensingen hindurch und kann alsbald die Buchstaben "Stockach" auf einem gelben Ortsschild entziffern. Stockach ist mir nicht wohl gesonnen und so fahre ich erst einmal und dann noch einmal in die Irre, bis ich endlich die erwünschte Abzweigung finde, nämlich die nach Zoznegg. Sonntagsfahrer, der ich bin. Bergan geht's nun. Zuerst schon recht happig in Stockach selbst und dann - damit ich auch weiss wo der Hammer hängt - wird noch einer drauf gelegt auf den nächsten Kilometern in Richtung Zoznegg. Komischer Ortsname. Warum die Autofahrer am Sonntag so einen Stress machen? Sind doch alles einheimische Autokennzeichen! Was eilt da so? Müssen die noch rechtzeitig zum Mittagessen nach Hause kommen? Die Beschilderung des "Schwäbische-Alb-Radweges" gesellt sich zu mir, kurz bevor ich Zoznegg erreiche. "Grüezi wohl", sag ich da nur. Wir werden für ein Weilchen Reisegefährten sein, der ausgeschilderte Fernradweg und ich. In Zoznegg angekommen, muss ich meine Fortbewegungsart ändern und schieben, denn die Steigung dort schaffen weder Kettenblatt noch Beinmuskulatur. Aber dann! Oben wartet eine nagelneu asphaltierte Strasse auf mich und der glatte Belag lässt mich rasant bis ins Tal der Ablach dahin zischen. Immer den Schildern des oben genannten Schwäbische-Alb-Radweges folgend, kann nun ohne Steigung nach Messkirch radeln. Und hier finde ich nicht nur wegen der flachen Topografie einen guten Rhythmus, ich finde auch wieder Ruhe, denn der Verkehrslärm bleibt zurück, bzw. die grössere Strasse wird am anderen Talrand geführt. Aus den Augenwinkeln nehme ich bei der Messkircher Stadtdurchfahrt noch eine durchaus ansehnliche Altstadt und so was wie ein Schloss wahr, und schon bin ich wieder draussen und auf dem Weg nach Menningen. Es ist mittlerweile recht windig geworden und es bläst aus meiner Lieblingsrichtung, nämlich von achtern, als ich mich durch das Tal der Ablach an Mengen heran arbeite. Baggerseen grüssen linkerhand herüber, renaturiert und einer neuen Bestimmung als Naherholungsgebiet zugeführt. Bald tut sich vor mir die Einflugschneise nach Mengen auf, wo ich wieder, wie letztes Jahr auch schon, im Hotel Rebstock Quartier nehme. Die heutige Strecke stellt eine interessante Verbindung vom westlichen Bodenseegebiet zur Donau dar. Landschaftlich sehenswert war sie zudem auch noch. Trotzdem: wenn man vom Bodensee zur oberen Donau gelangen will, kommt man um Steigungen nicht herum. |
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