| weiterlesen - zurück zur Titelseite - zurück zur Homepage | |||||||||||||||||||
|
Samstag,
3. Mai 2008. Von Eckernförde nach Nortorf (41 km) Heute morgen sieht es vom gleichen Aussichtspunkt völlig anders aus: es ist neblig, im Osten kämpft die Sonne mit dem Niederschlag und die See schimmert milchig. Mit diesem trüben und doch stimmungsvollen Blick auf die Ostsee verabschieden wir uns von derselben und auch vom Ostseeküsten-Radweg und wenden uns nun schnurstracks nach Süden. Gestern Nachmittag haben wir uns ein Zimmer im Städtchen Nortorf reserviert, so pi mal Daumen und ohne die Kilometer auf der Landkarte zu zählen, die Etappenlänge geschätzt. Ich schleppe das Bett & Bike-Verzeichnis von ganz Deutschland mit mir herum und das wird jetzt das erste Mal benutzt. Soviel Kartenmaterial und Tourenbücher wie diesmal hatte ich noch nie mit dabei. Zum guten Glück wird das Herzstück dieser Reise, die Fahrt entlang der Leine und der Werra, von den beiden Bikeline-Radbüchern abgedeckt. Aber für den Rest der Tour schleppe ich Landkarten im Massstab 1:100.000 mit. Und eben auch oben erwähntes Übernachtungsverzeichnis. Über so was denke ich nach, als wir aus Eckernförde hinaus und in die neblige Landschaft hinein rollen. Wie gestern und vorgestern schon gibt es auch hier viele Rapsfelder, durch Wäldchen oder Buschwerk voneinander getrennt. Leicht wellig ist es hier - auf der Landkarte sprechen sie vom Naturpark Hüttener Berge - und so pedalieren wir entweder in leichten Gängen die Bodenwellen hinan oder rauschen dieselben wieder hinab. Doch anstrengend sind die Steigungen nicht, ausserdem sind wir eh intensiv mit Landschaftsgucken beschäftigt, denn die Sonne, die ab und zu durch den Nebel kommt, sorgt für interessante Lichtstimmungen, das kommt besonders gut mit dem Gelb der Rapsfelder. Duften tut's hier natürlich auch prima, kann man sich ja gut vorstellen. So sind wir im Handumdrehen in Sehestedt, wo wir den Nord-Ostseekanal mit einer Fähre (die erstaunlicherweise nichts kostet) queren. Beim Kartenstudium sehen wir, dass schon ein Drittel der Tagesetappe hinter uns liegt. Da haben wir gestern wohl etwas zu engmaschig gedacht. Das sind ja dann "bloss" um die vierzig Kilometer bis zu unserem Etappenziel! Hm Auf der anderen Seite des Kanals geht es erneut leicht wellig weiter und nach einigen Kilometern sehen wir links voraus doch wirklich so was ähnliches wie einen richtigen Berg. Margrit fragt mich ganz harmlos, ob wir da etwa hinauf und hinüber müssen, was ich lachend verneine. Bei Brux kommen wir dann allerdings auf die Idee, noch einen Abstecher nach Westensee zu unternehmen, gar zu einladend ist der Wegweiser und so kurz ist die verbleibende Strecke nach Nortorf nur mehr. Und prompt liegt kurz darauf im Ort Westensee ein längerer Anstieg auf unserer Strecke - es sieht so aus, als ob wir nun wirklich mit besagtem Berg konfrontiert wären. Also echt, ziehen uns Berge jetzt magnetisch an oder was? Logischerweise winkt uns von dort oben aber auch eine Aussicht über das Umland. Und es geht auf der anderen Seite auch wieder hinab. Schnell sind wir plötzlich auf der Einflugschneise nach Nortorf, wo wir uns erstmal zu Kaffee und Kuchen niederlassen und beratschlagen, ob wir hier bleiben wollen - um 13 Uhr mit gerade mal 41 Kilometern auf dem Tacho - oder ob wir doch noch ein paar Kilometer weiter radeln. Wir bleiben hier. Ist schon OK. Die Reise läuft so schön ruhig an, da müssen wir nicht auf Biegen und Brechen Strecke machen. Morgen wollen wir bei Glückstadt die Fähre über die Elbe nehmen und das werden wir wohl auf jeden Fall schaffen, egal ob wir heute noch ein Dutzend Kilometer drauf packen oder nicht. Nortorf ist ein nettes kleines Städtchen. Nicht zu idyllisch. Aber eben idyllisch genug, um den Spätnachmittag und frühen Abend zuerst in einem griechischen Restaurant und später auf dem teilweise neu gestalteten Marktplatz in der Dorfmitte in einem Strandkorb zu verbringen, eine Hochzeitsgesellschaft und die Passanten zu beobachten, und langsam entspannt in den Abend hinein zu gleiten. |
||||||||||||||||||
| weiterlesen - zurück zur Titelseite - zurück zur Homepage | |||||||||||||||||||