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Montag,
5. Mai 2008. Von Wischhafen nach Wohlesbostel (73 km) Was wir aber auch für ein Glück mit dem Wetter haben (hab ich mir doch gestern auch schon gedacht )! Der Radiosprecher prophezeit uns trockenes Wetter mindestens bis Ende der Woche. Na, aber hallo! Da tönen die Stimmen der Austernfischer, Möwen und Kiebitze fürwahr gleich noch mehr wie eine Symphonie! Hier an der Elbe gibt's natürlich den gleichnamigen Flussradweg, und da wir ein Weilchen flussaufwärts unterwegs sein werden, kommt uns diese Route ganz gelegen. Zuerst gilt es noch, von Wischhafen bis zum nächsten Ort, Dornbusch, auf dem Radweg entlang der Strasse zu radeln, erst dann können wir über die Süderelbe setzen und treffen bei Krautsand schliesslich auf den Elberadweg. Ein paar Kilometer lang finden wir nun auf der Deichkrone einen asphaltierten Weg vor. Der Fluss glitzert im Morgenlicht, wir radeln nach Osten, der Sonne entgegen. Spaziergänger und Radfahrer sind unterwegs, auf dem Wasser fährt ab und zu ein Schiff vorbei - hach, das Leben kann so schön sein! Leider ist das Deichkronen-Vergnügen nur ein kurzes und bald müssen wir unten und innerhalb des Deiches entlang radeln. Linkerhand hat man jetzt den Deich vor der Nase, rechts Weideland oder die weit auseinander gezogenen Ortschaften. Aber auch hier läuft es gut und wir kommen schnell voran. Nun liegt Stade auf dem Weg und zuerst überlegen wir noch, ob wir die Stadt auf einer der Umgehungsstrassen umfahren, aber dann zieht es uns doch in die Innenstadt und es lohnt sich! Nicht nur, dass vor der öffentlichen Toilette neben dem Busparkplatz ein ganzer Pulk Seniorinnen Schlange steht und ein imposantes Bild von gleichzeitig Ungeduld und froher Erwartung abgibt, auch sonst kann man allerlei sehen. Eine historische Altstadt zum Beispiel. Oder einen Wochenmarkt. Wir sitzen vor einem Eiscafé in der Vormittagssonne und beobachten das Treiben um uns herum. Der freundliche Kellner beschreibt uns den Weg aus der Stadt hinaus - wir sind übrigens generell sehr angetan von der Freundlichkeit der Menschen hierzulande! - und anschliessend sind wir auch zügig wieder raus aus der Stadt. Hier wird viel Obst angebaut. Wir nehmen an, dass es Äpfel sind, die hier plantagenartig zur Reife gelangen. Im Moment blühen die Bäume natürlich recht prächtig und später erfahren wir, dass das "Alte Land" hier bekannt für seinen Obstanbau ist. Das weiss man als "Südländer" natürlich nicht automatisch. Für uns ist ja die Bodenseeregion das Obstanbaugebiet schlechthin. Irgendwo bei Hollern-Twielenfleth sagen wir der Elbe Adieu und machen uns auf nach Süden. Ruhig und beschaulich können wir noch an Bachenbrock vorbei radeln, an Dollern und auf Hornburg zu, aber dann müssen wir ein paar Kilometer neben der B73 fahren und da geht verkehrsmässig wieder mal die Post ab. Mir kommt es vor, als ob die 3 oder 4 Kilometer bis Hedendorf mehr Energie fressen als 20 Kilometer stilles Landschaftsradeln. Da freuen wir uns über Kaffee und Kuchen in einem kleinen Café, das auf unserer Strecke liegt, ein paar hundert Meter nachdem wir von der Bundesstrasse abgebogen sind. Irgendwie reicht es für heute. Wir machen jetzt einfach noch eine Stunde lang Strecke, radeln auf kleiner Strasse nach Apensen, lassen uns noch bis Beckdorf vom Verkehrslärm einlullen und kommen schliesslich über Goldbeck und Rahmstorf zu unserem Hotel in Wohlesbostel. Hier hat man zwar heute Ruhetag, aber selbstverständlich bekommen wir was zu essen, ist doch klar Nein, das ist eigentlich nicht so klar! Wir haben so was auch schon ganz anders erlebt und nicht immer ist der Gast auch wirklich König. Im Landgasthof Heitens Hoff jedenfalls krempelt die Wirtin die Ärmel nach hinten, präsentiert uns die Speisekarte und Minuten später hört man es brutzeln und es duftet köstlich aus der Küche. Dass es auch noch hervorragend schmeckt, muss ich ja nicht extra betonen. Schade, dass die Temperaturen abends wieder reichlich kühl sind, denn zum Anwesen gehört ein Garten samt Terrasse, auf dem man sich schön verlustieren könnte. Uns zieht es aber dann doch schon recht bald auf's Zimmer, denn nachdem die Sonne hinter den Bäumen verschwunden ist - und es gibt riesige Exemplare hier - wird es dann doch etwas ungemütlich. |
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