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Samstag,
10. Mai 2008. Von Mardorf nach Nordstemmen (84 km) vielleicht verlangen wir einfach zuviel! Kann schon sein. Aber ein Hotel Garni, das achtzig Euro für das Doppelzimmer in Rechnung stellt, könnte doch, wenn schon keine Minibar, so doch auf eine andere Art und Wiese dem Durstigen ein kühles Bier offerieren. Ein Kühlschrank im Hausgang. Zum Beispiel. Ein Getränkeautomat. Wäre auch eine Möglichkeit. So wie es eben sonst auch üblich ist und wir es auf dieser Reise oft erlebten. Aber hier gibt es rein gar nüscht. Lediglich zwei kleine Fläschchen Mineralwasser sind uns vergönnt. Nun, das lindert zwar den Durst, aber es bringt, wie soll ich sagen, null Lustgewinn. Ein wenig enttäuscht packen wir unser Zeugs aus. Dabei hatten wir uns grad heute so auf ein kühles Bierchen am Etappenende gefreut! Auch der Wirt selbst ist am Anfang auch nicht wirklich entgegenkommend. Beim Einchecken erzählt er Margrit, dass wir zu unserem Glück gestern bei der Zimmerreservierung seine Frau an der Strippe gehabt hätten - er persönlich hätte jetzt am Pfingstwochenende das Hotel erst gar nicht öffnen wollen! Tja, was sagt man dazu? Herzlicher Empfang, oder? Der Kunde König, oder wie? Zu seiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass er am nächsten Tag beim Frühstück dann doch noch etwas aufgetaut ist und uns an den Hoteliersorgen in einem nicht wirklich strukturstarken Ort wie Nordstemmen hat teilhaben lassen. Naja, da wird man dann auch etwas verständnisvoller. Zurück zum vermissten Bier: heute war es nämlich erstens eine staubige Angelegenheit (viel Naturwege), zweitens der bisher wärmste Tag und drittens die längste Etappe. Morgens zuerst einen Halbkreis um die Westhälfte der Steinhuder Meeres gezogen, später mit dem Strassenverkehr über Wunstorf und Schloss Ricklingen nach Garbsen gerollt, wo eigentlich schon die Vororte von Hannover beginnen. Die Durchquerung der Stadt lag uns gestern ein bisschen schwer auf, aber das lief in Wirklichkeit absolut problemlos. Wir konnten auf Wegen entlang der Leine bleiben und uns nach der Beschilderung richten, blieben vom Stadtverkehr so gut wie unbehelligt und fanden uns bald schon an den Ufern des Maschsees wieder, wo heute am Pfingstsamstag und grad bei diesem Wetter natürlich Gott und die Welt unterwegs war. Da wurde gesegelt, gepaddelt, getretbootet. Oder eben geradelt, wie wir es taten. Die Vororte auf der anderen Seite Hannovers bekamen wir dann gar nicht mehr mit, denn der Weg wurde entweder an der Leine entlang oder durch ein Seengebiet geleitet. Da mussten wir uns eh mehr auf den Weg konzentrieren, denn der war stellenweise recht schmal und grob. Wir kamen aber trotzdem zügig voran und nach Koldingen tat sich vor unser Augen endlich mal so etwas wie ein Panorama auf: Hügel in der Ferne! Endlich mal wieder raus aus dem Flachland! Wie gut das tut! Und wie das auch gleich die Vorfreude auf die kommenden Tage weckt! |
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