Sonntag, 11. Mai 2008. Von Nordstemmen nach Northeim (75 km)

Nordstemmen > Elze > Gronau > Brüggen > Alfeld > Freden > Erzhausen > Greene > Ippensen > Einbeck > Sülbeck > Northeim

Im Foyer des Hotels Schere in Northeim hängen sie, eingerahmt und unterschrieben: die Autogrammkarten der Stars, die hier schon nächtigten. Von Pierre Brice bis Hardy Krüger, von Hape Kerkeling bis Dieter Hildebrandt. Da sind wir ja gleich so was von beeindruckt! Dabei war der absolute Star heute die Landschaft des Leinetals…

Das fing schon gut an in Nordstemmen. Dort hat man nämlich einen schönen Blick auf das Märchenschloss Marienburg, das auf einer kleinen Anhöhe über dem Tal thront. Sanfte Hügel begleiten dann die Fahrt bis Alfeld, wobei man als Radler zuerst noch weitestgehend flach dahin radeln darf. Zwischen Alfeld und Erzhausen geht es aber dann steigungsmässig etwas zur Sache. Das erste Mal auf dieser Reise. Endlich, möchte man fast sagen. Dabei werden wir zusätzlich noch mit dem Farbenspiel von Wald und Wiese beglückt. Zudem hat das Auge in den letzten Tagen nach Hügeln und Tälern gedürstet und dieser Durst wird nun gestillt.

Sehenswert dann auch die Passage zwischen Greene und Einbeck, wo die Hügel eine zeitlang näher zusammenrücken. Hier verläuft der Leinetal-Radweg parallel mit dem Europaradweg R1, und diesen kurzen Abschnitt sind wir 2005 schon in umgekehrter Richtung gefahren. Ich glaub, hier in der Gegend hab ich auch die schwangere Feldarbeiterin mit der Zigarette im Mund und dem entblössten Bauch gesehen…so was prägt sich ein!

Nach Einbeck öffnet sich das Tal wieder und wird weiter, die Hügelketten weichen zurück und der Blick kann plötzlich weit schweifen, dabei gibt es im Talgrund (Bagger-)Seen und Teiche. Und schon sind wir in Northeim, einem Fachwerkjuwel. Da fällt uns natürlich erst so richtig auf, dass sich neben der Landschaft allmählich auch die Architektur geändert hat. Wir sind jetzt nicht mehr im Norden, sondern schon in der Mitte Deutschlands. Und damit liegt auch schon ein ziemliches Stück Weg hinter uns. Das Hotel Schere treibt unser Budget zwar etwas nach oben, dafür gibt's hier alles, was das abgekämpfte und durstige Radlerherz sich nur erträumen mag…und man ist hier trotz des Feiertages herzlich willkommen.