| weiterlesen - zurück zur Titelseite - zurück zur Homepage | ||||||||||||||||
|
Dienstag,
13. Mai 2008. Von Bad Sooden-Allendorf nach Creuzburg (66 Km) Jetzt, wo ich an dem kleinen Tisch am Fenster unseres Zimmers auf Burg Creuzburg (wann hatten wir zuletzt so ein äh "angemessenes" Hotel?) diese Zeilen in mein Laptop tippe und zwischendurch immer wieder mal durch das Fenster hinunter ins weite Tal spähe, fühle ich mich schon wieder recht wohl und bin in absoluter Hochstimmung. Dagegen war die heutige Etappe eher von der zähflüssigen Sorte. Ziemlich unmotiviert trat ich heute den ganzen Tag in die Pedale und dazu hab ich auch noch schlecht geschlafen, weil mich grad ein Husten plagt. Was soll man machen? Man kann beziehungsweise will doch deswegen die Reise nicht gleich abbrechen, nur weil man halt mal seinen Moralischen hat. Also tritt man etwas seelisch reduzierter vor sich hin und mümmelt sich in seinen Kokon ein. Immerhin ist uns beiden klar, dass wir wieder einen Pausentag benötigen. Und so einen haben wir für übermorgen, wo sich ja eh ein Wetterumschwung ergeben soll, eingeplant. Eigentlich fing der Tag im Prinzip aber doch sehr gut an. Unser Frühstück bekamen wir auf der Hotelterrasse mit Blick auf den Schwanenteich serviert und so in der Morgensonne im Freien seinen ersten Kaffee zu trinken, hat schon was. Ein halbes Stündchen später schnaufen wir nochmals die Altstadtgassen von Allendorf hoch, um Anschluss an den Werratalradweg zu finden. Was für ein Kleinod! Ich bin mir immer noch nicht darüber im Klaren, ob ich diesen Fachwerk-Overkill nun kitschig finden oder ihn eher bewundern soll, aber beeindruckend ist das schon. Kurz darauf gleiten wir hinab ins Werratal. Zur heutigen Etappe kann ich nur sagen: lange keinen so schönen Radweg mehr befahren! Die Landschaft ist einfach nur wunderbar! Dieses mäandernde Flusstal mit den bewaldeten Hügeln, wo sich nach jeder Kurve etwas Neues ergibt. Die gute Wegführung. Die hervorragende Beschilderung. Und die vielen Rastplätze - und noch dazu alles sehr gut gepflegt! Da verwundert es nicht, dass man recht viele Radler sieht, die meisten davon mit Packtaschen auf dem Gepäckträger. Doch wie gesagt, trotz der optimalen Rahmenbedingungen kommt mein Motor heute einfach nicht in Gang. Da mag der Kaffee in der Innenstadt von Eschwege noch so munden, der Kirchturm von Wanfried noch so eindrucksvoll aus dem gelb der Rapsfelder ragen, es will nicht so recht. Eigentlich hatten wir ein Zimmer in Herleshausen vorausgebucht, doch als wir kurz nach Creuzburg eine Rast einlegen, auf der Karte die noch verbleibenden Kilometer (zwanzig Kilometer können manchmal eine ähnlich unüberwindbare Distanz sein wie die von der Erde bis zum Mond) abschätzen und der Blick zurück zur Creuzburger Stadtansicht mit der Burg schweift, gibt's mal wieder eine dieser sekundenschnellen Spontanreaktionen: das Unterkunftsverzeichnis im hinteren Teil des Bikeline-Führers gecheckt per Mobiltelefon im Hotel Burg Creuzburg ein Zimmer organisiert danach in Herleshausen abgesagt ein paar Minuten später dann als letzte Kraftanstrengung die bepackten Räder die steile Gasse zur Burg hinauf geschoben das Zimmer mit der Aussicht über das ganze Tal bezogen wunderbar! Abends bekommen wir im Burghof unser Essen serviert. Eigentlich ist es ja noch Spätnachmittag, aber der Körper meldet Bedarf an. Das ist übrigens etwas, das uns hier auf der Deutschlandtour gut bekommt: man kann auch locker schon um fünf Uhr zu Abend essen und so manche Gaststätte bietet eh durchgehend warme Küche an. In Frankreich bekommt man dagegen vor sieben Uhr nirgends etwas zu essen und meist ist man dann schon über den Hunger hinaus und bekommt nichts mehr hinunter. Aber hier in Deutschland ist das recht angenehm. Uns gefällt es hier. |
|||||||||||||||
| weiterlesen - zurück zur Titelseite - zurück zur Homepage | ||||||||||||||||