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Montag,
19. Mai 2008. Von Ochsenfurt nach Rothenburg ob der Tauber (57 Km) Wir haben uns heute eigentlich auf eine vergleichsweise kurze Tagesetappe eingestellt. Auf der Landkarte sieht die Entfernung von Ochsenfurt bis Rothenburg um einiges kürzer aus als die gestrige Fahrt von Schweinfurt bis nach Ochsenfurt. Dumm ist nur, dass ich den Einstieg in den Gaubahnradweg nicht sofort finde, der von hier aus bis ins Taubertal führt. Ich leite uns schon irgendwie falsch aus Ochsenfurt hinaus und suche vergeblich - wir rollen nun schon auf der Landstrasse in Richtung Würzburg - nach einem Wegweiser oder Hinweissschild. Auf der "Bayernsalto"-Reise 2004 gelang mir das, von der anderen Seite kommend, problemlos. Aber heute radeln wir erstmal bis nach Gossmannsdorf und noch darüber hinaus, bis wir dann doch umkehren und erstmal die Landstrasse nach Gaukönigshofen nehmen und uns diese mit den Lkws und Pkws teilen. So ein Mist! Dabei will ich heute eher keinen Verkehrslärm um mich herum und auch nicht andauernd aufpassen müssen, dass mich kein Lastwagen von der Strasse pustet. Doch irgendwann, nach ein paar Kilometern, sehe ich parallel zur Strasse endlich die ehemalige Bahntrasse laufen, halbversteckt hinter dichtem Gebüsch. Bei nächster Gelegenheit wechseln wir dort hinüber und tauchen ein in die Busch- und Baumlandschaft. Ich mag ihn nicht so gerne, diesen Gaubahnradweg, da er, wie bei stillgelegten Bahntrassen eben so üblich, fast immer kerzengerade oder mit grossen Radien durch die Landschaft führt, und meinem unruhigen Geist wenig Abwechslung bietet. Aber immerhin gibt's hier keinen Verkehr und die Steigungen sind sehr moderat - schliesslich wechseln wir hier ja wieder das Flusstal und wollen vom Maintal ins Taubertal kommen. Später geht es über die weite Hochebene des Ochsenfurter Gaues, mit Feldern bis zum Abwinken. Für mich ist es, wie gesagt, eher eine visuelle Durststrecke, doch Margrit mag diese Weite und ihr Optimismus motiviert mich dann doch wieder. Das ist eben auch einer der schönen Aspekte einer Reise zu zweit. Irgendwo nach Baldersheim beginnt es dann auch mir wieder zu gefallen, denn man radelt oben auf Hanghöhe am Tal der Gollach entlang, bevor man bei Bieberehren ins Taubertal hinunter gleitet. In Creglingen werden Erinnerungen an die 99er Reise und den Zwangsaufenthalt wegen Margrits Sturz wach. Wir legen eine Gedenkpause mit Kaffee und Kuchen ein. Und dann der zweite Teil der heutigen Etappe, die Fahrt im engen Taubertal bis nach Rothenburg. Diese zweite Hälfte unterscheidet sich völlig von der ersten: das Tal ist eng, die Steigungen heftig, die Landschaft grossartig. Vor allen Dingen das Grün kommt uns heute so saftig vor. Der Himmel ist bewölkt und zeitweise sieht es nach einem Regenguss aus, die Mischwälder sind tiefgrün, und die Wiesen schon richtig sommerlich. Rothenburg ob der Tauber, das weiss man ja, liegt oben auf dem Hochplateau und am Schluss der Etappe müssen wir eben dort hinauf klettern. Doch die Stadt selber ist eben auch eine Belohnung für die Mühe. Eigentlich hab ich gar nicht gerechnet, jetzt schon wieder hierher zu kommen, Rothenburg war ja auf der letzt jährigen Reise erst Etappenort. Aber das passt mir ganz gut ins Konzept, ich mag diesen Ort hier sehr gerne. Und wir kommen auch wieder im Hotel zur Schranne unter, in dem ich auch letztes Jahr schon logierte. War heute eine schöne und abwechslungsreiche Tour. Und nachmittags steht Rothenburg auf dem Programm - ich kann mich immer noch nicht satt sehen an den Altstadtkulissen und dem Blick hinab ins Taubertal mit dem Toppler-Schlösschen und den bewaldeten Hügelketten. |
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