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Dienstag,
20. Mai 2008. Von Rothenburg ob der Tauber nach Ellwangen (64 Km) Heute scheint am Morgen wieder mal die Sonne! Was für ein Glück wir doch mit dem Wetter haben (wie oft hab ich den Satz jetzt schon geschrieben?): nicht nur war uns während der ersten beiden Wochen dieses sagenhafte Bilderbuchwetter vergönnt, auch blieben wir während der Wetterverschlechterung seit letztem Freitag bisher von Regen und Unwetter verschont. Heute zum Beispiel soll es in Südost-Bayern anhaltend regnen. Unsere Etappe wird jedoch nördlich dieses Regengebietes verlaufen. Da macht es gar nichts, dass der Frühstücksraum des Hotel zur Schranne mit japanischen Bustouristen übervölkert ist und wir recht lange auf unseren Kaffee warten, da gestern die grosse Kaffeemaschine das Zeitliche gesegnet hat und man sich mit kleinen Haushaltsmaschinen behelfen muss. Der Wind ist an diesem Tag das zentrale Thema. Er bläst, besser: wütet aus Nord-Ost, also immerhin aus der richtigen Richtung. Und dieser Wind, er treibt uns über die Frankenhöhe, kaum dass wir uns aus der Stadt heraus gearbeitet und bei circa Gebsattel diese stillgelegte und zum Radweg umgebaute Bahnlinie erreicht haben, die ich letzten August entdeckt hatte. Hier werden eine Weile lang die Romantische Strasse, der Kneipp-Radweg und ein Tauber-Jagst-Verbindungsradweg zusammen auf derselben Trasse geführt. Wir folgen dieser Bahnlinie bis etwa Oestheim und radeln dann auf kleiner Landstrasse über die Dörfer bis nach Crailsheim. Es ist im Prinzip genau dieselbe Route, die ich im letzten Jahr in entgegen gesetzter Richtung gefahren bin. Der Wind schiebt ziemlich und hilft vor allen Dingen auch bei den Steigungen, allerdings müssen wir auf Passagen mit Seitenwind vorsichtig sein, dass es uns nicht von der Strasse weht. So sind wir flugs in Crailsheim, gönnen uns eine Kaffeepause und folgen dann dem Radweg entlang der Jagst flussaufwärts. Wo vorher noch der Blick kilometerweit über die Frankenhöhe schweifen konnte, wartet nun eine klein ziselierte Landschaft auf den Betrachter. Die Rapsfelder sind mittlerweile am Verblühen, hier unten im Flusstal gibt es eh mehr Wiesen, in denen auch viel Gelbes blüht, allerdings mit einem wärmeren Gelbton. Ganz flach geht es von Crailsheim bis Ellwangen nicht dahin, aber im Vergleich zum oberen Taubertal halten sich die Steigungen in Grenzen. So wie's jetzt aussieht werden wir also doch bis zum Bodensee kommen. Irgendwie packt einen dann doch der Ehrgeiz. Es ist natürlich schon ein anderes Bewusstsein, das ganze Land von Nord nach Süd durchquert zu haben. Die nächsten Tage werden wir uns auf bekannten und erst kürzlich durchradelten Terrain (das betrifft aber nur mich) bewegen: die Jagst bis Aalen, den Hohenlohe-Ostalb-Weg bis Ulm und dann den Donau-Bodensee-Weg bis Friedrichshafen. |
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