Mittwoch, 21. Mai 2008. Von Ellwangen nach Langenau (74 Km)

Ellwangen > Buch > Hüttlingen > Wasseralfingen > Aalen > Unterkochen > Oberkochen > Königsbronn > Heidenheim > Herbrechtingen > Anhausen > Dettingen > Hausen > Setzingen > Wettingen > Langenau

Tja, was schrieb ich über den heutigen Tag? Es war ein unangenehmer! Und das fing im Prinzip schon gestern beim Einchecken an. Ellwangen ist ja als solches ein ganz nettes Städtchen: historische Altstadt, Fussgängerzone und dergleichen. Unser Hotel liegt allerdings am Rand der Innenstadt und dummerweise direkt an einer Umgehungsstrasse - und das Fenster unseres Zimmers zeigt ausgerechnet auf die Strassenseite hinaus. Man kann das Öffnen des Fensters also getrost vergessen. Zudem sind die Inhaber des Hotels um einen gewissen Kontakt mit ihren Gästen bemüht, den ich als ziemlich nervig empfinde. Beim Einchecken fragt man uns schon Löcher in den Bauch, nach dem Woher und Wohin, und beim Auschecken das Ganze noch einmal von vorne. Oh, Mann!

Draussen sieht's heute auch nicht gerade appetitlich aus: es nieselt leicht, die Temperaturen sind im Keller und dann dieser Autolärm! Der wird uns heute fast den ganzen Tag über ein ständiger Begleiter sein, der mal näher, mal weiter entfernt, aber immer präsent ist. Zuerst, also nachdem man das Ellwanger Stadtgebiet hinter sich gelassen hat, sind uns noch ein paar ruhige Kilometer vergönnt. Es geht immer noch der Jagst entlang. Bei Rainau liegt wieder dieser Stausee auf dem Weg, an dem ich mich vor Jahren mal verirrte, dann über Buch und durch den Wald nach Hüttlingen. Von dieser Seite kommend tun einem die Steigungen gar nicht weh und es lässt sich problemlos vom Jagst- zum Kochertal wechseln. Es ist eher so, dass ich mich frage, wie ich voriges Jahr, auf entgegen gesetztem Kurs, den steilen Berg in Hüttlingen ohne abzusteigen erklimmen konnte. Nach Hüttlingen sind wir dann schon im Einzugsbereich von Aalen und arbeiten uns an den vielbefahrenen Ausfallstrassen und Gewerbegebieten vorbei in die Innenstadt. Hier tut eine Pause Not, bei der man sich ein bisschen aufwärmen kann. Ein Besuch in der Touristeninfo bringt das nötige Wissen über den Weg hinaus aus der Stadt und nachdem wir die Räder durch den Wochenmarkt geschoben haben, sind wir wieder auf Strecke.

Wenn man dann Aalen in Richtung Süden verlässt, kommt man nicht ganz ungeschoren davon: durch das Kocher- und Brenztal werden die grossen Verkehrsachsen geführt, auch hier viel Industrie und Gewerbegebiete und eigentlich kommt es einem so vor, als ob sich Aalen bis zu den Orten Unterkochen und Oberkochen hinzieht und alles irgendwie zu einer einzigen Ansiedlung zusammen gewachsen wäre. Erst ab Oberkochen kann man kurz mal durchschnaufen und das eigentlich recht schöne Tal hier geniessen. Vorigen Sommer hatte ich Assoziationen mit Wales oder Schottland. Das nehme ich heute wieder zurück. Von dieser Seite kommend empfinde ich das nicht so.

Dann radeln wir durch Königsbronn und dürfen man noch einmal für ein paar Kilometer Natur geniessen, bis man bei Aufhausen schon im Einzugsbereich Heidenheims angelangt ist. Ab Heidenheim folgen wir der Brenztour und kommen damit eigentlich ganz gut aus der Stadt heraus. Eigenartigerweise sieht das Flüsschen hier teilweise recht natürlich aus - es gibt Passagen mit Schilf, viel Weiden, und kurz nach Herbrechtingen wieder ruhige Landschaft.

Nach Anhausen verlassen wir das Brenztal auf einer steil ansteigenden Strasse, die erste Schiebestrecke dieser Reise, und versuchen, uns auf kleinen Weglein nach Langenau durchzuschlagen. Das geht ganz gut, allerdings landen wir dann bei Hausen doch wieder auf einer Strasse mit viel LKW-Verkehr, halten aber noch die paar Kilometer bis Setzingen durch, von wo aus wir unser Etappenziel Langenau schon fast in Griffweite haben.

Mit dem Gasthof zum Bad haben wir hier auch wieder angenehme Unterkunft gefunden, das Zimmer ist wunderbar, das Essen nicht minder und man ist hier recht herzlich. Die Leute von gestern waren ja nicht direkt unfreundlich, sie waren nur einfach zu neugierig. Oder sie hatten so eine Art und Weise, die dem Gast eher die Lippen verschliesst, denn normalerweise erzählen wir schon auch gerne von uns.