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Mittwoch, 20. August 2008
Von Marienheide nach Kreuztal
(64 km)
War für mich natürlich schon anstrengend, der gestrige Tag. So sportlich bin ich ja nun auch wieder nicht. Trotzdem haben mir in diesem Jahr die vielen Ausflüge auf den Regensberg - einer meiner bevorzugten Zürcher Hausstrecken - geholfen und dort hab ich mir wohl etwas Kondition geholt.

Heute steht die zweite "Bergetappe" auf dem Programm. Ich möchte nämlich zur Eder gelangen und diese entspringt dem Rothaargebirge. Also aufgestanden mit Bille und Rudi, schlaftrunken gefrühstückt, und um 7 Uhr morgens verabschieden wir uns voneinander. Ich registriere den Nieselregen erstmal gar nicht, weil ich so mit dem Berufsverkehr beschäftigt bin. Es geht bergauf zur Brucher Talsperre, an dieser vorbei und auf Dannenberg zu, mit nervösem Blick hinunter zur Gerkeltalsperre, die weit unter mir im Blickfeld auftaucht, der Bergflanke entlang und steil hinunter nach Lantenbach. Dort die Landstrasse genommen, bei Lieberhausen lang und steil hinauf, bei Lüdespert unter der Autobahn hindurch. Dort leider die falsche Abzweigung erwischt und versehentlich das Tal der Lister hinab geprescht und erstmal dumm aus der Wäsche geguckt, als bei Hunswinkel die Karte meinen tatsächlichen Standpunkt weit vom eigentlich ersehnten anzeigt. Nein, Drolshagen liegt nicht hier, sondern ganz woanders. Also einen Bogen geschlagen und Drolshagen von Nordosten her angepeilt. Geht doch auch. Giftig sind dann wieder die beiden Hügel bei Berlinghausen und etwas später bei Rühlinghausen, aber schliesslich lande ich dann doch südlich von Olpe im Tal der Bigge - da wo ich eigentlich auch hin wollte.

Diese Bigge! Die will mir partout den Einstieg in den kleinen Weg nicht offenbaren, der in meiner Karte so schön violett eingezeichnet ist! So nehme ich eben mit dem Radweg entlang der Bundesstrasse vorlieb, der kurz vor Gerlingen endet. Hier hab ich meinen Moralischen: ein enges Tal, links und rechts neben mir nur Gewerbegebiete, über mir kreuzen sich diverse Autobahnen und Schnellstrassen und was weiss ich noch alles. Und diese Sch****-strasse hier lässt sich innerorts einfach nicht überqueren, weil sich keiner der Autofahrer bequemt, mal kurz den Fuss vom Gaspedal zu nehmen! Na ja…irgendwann geht's ja dann doch…

Und dann, man glaubt es kaum, finde ich eine ausgeschilderte Radroute, die mich auf kleinen Wegen nach Wenden und von dort nach Schönau geleitet. Regelrecht idyllisch (das meine ich jetzt wirklich so!) radle ich an der Albe entlang und bei Schönau über Heide ähnliches Terrain, bis ich in das Tal hinunterblicken kann, in dem sich mein heutiges Etappenziel befindet: die Stadt Kreuztal. Heute bin ich wirklich froh, endlich irgendwo angekommen zu sein. War eher nicht ganz so entspannend heute, auch wegen der ungünstigen Witterung und vor allen Dingen auch deswegen, weil einfach kein flüssiges Fahren möglich war. So hielt sich der Lustgewinn in engen Grenzen. Dafür hatte ich den ganzen Tag über Rückenwind, ist ja auch was!