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Montag,
25. August 2008
Von Motten nach Marktheidenfeld (93 Km)
Heute bin ich wirklich froh, dass ich mich um halb acht mit dem Rad
auf die B 27 packen kann und von hier weg komme. Der Seniorchef des Gasthofes,
der mir soeben zusammen mit dem Kaffee auch gleich noch die Rechnung auf
den Tisch knallt und sie sofort beglichen haben will, ist mir reichlich
unangenehm. Er hat's zwar nicht böse gemeint, aber es ist irgendwie
so eine gastunfreundliche Geste, die mir am Morgen ein ungutes Gefühl
vermittelt. Dabei muss ich gar nicht gross nicht meckern: gestern Nachmittag
kam mir die Bleibe hier wie gerufen und wenn ich ehrlich bin, hat man mich
gestern recht zuvorkommend aufgenommen, obwohl das Personal durch zwei grössere
Feierlichkeiten am Rotieren war. Also, Schwamm drüber! Lieber Blick
voraus auf die Serpentinen des Aufstieges, der meinen Kreislauf gleich ordentlich
in Schwung bringen wird. Meckern könnte ich eher über das Wetter,
denn als ich nach der Ortschaft Speicherts die Autobahnbrücke fotografiere,
fängt es gar heftig an zu regnen. Ausserdem ist es heute so kalt, dass
mich sogar in die Wangen friert.
Der Landstrasse
folgend, arbeite ich mich so bis Oberzell und weiter noch bis Weichersbach
voran, bis der Regen endlich wieder nach lässt. Rechts von mir erheben
sich Hirsch-, Stoppels- und Erlenberg und deswegen gibt's wohl Steigungsregen,
denn hier oben stossen die tief ziehenden Wolken an. Seht ihr, so versuche
ich mir meteorologische Phänomene simpel zu reden (die Wettervorhersage
für heute war nämlich eine gute)! Viel Muse hab ich eigentlich
gar nicht, um über Wettererscheinungen nach zu denken, denn nach
Mottgers - wo es einen Dorfladen gibt, so richtig Tante Emma wie man es
von früher kennt - wartet ein recht grober Weg auf mich, der am Talrand
ständig auf und ab führt. Die Wegbeschaffenheit nervt mich dermassen,
dass ich bei nächst bester Gelegenheit wieder auf die Landstrasse
ausweiche und dieser über Altengronau, Jossa und Obersinn bis nach
Mittelsinn folge. Ab Mittelsinn folge ich dann wieder der offiziell ausgeschilderten
Route und kann auf asphaltierten Strässlein dem Tal der Sinn folgen.
Und jetzt kommt auch die Sonne raus, das tut heute so richtig gut.
Um 12 Uhr
bin ich in Gemünden am Main. Wieder ist ein Kapitel abgeschlossen.
Nämlich die Passage zwischen Fulda und dem Maintal. Diese Strecke
hab ich mir zuhause schon oft auf dem Atlas angesehen und mir vorzustellen
versucht, wie sie sich wohl fährt. Nun, zumindest in der Nord-Süd-Richtung
gestaltete es sich problemlos und gut ausgeschildert ist die Strecke zudem
auch noch. Ausserdem ist es auch landschaftlich recht sehenswert.
Doch nun
erwartet mich der Mainradweg. Die dunkel bewaldeten Hänge des Spessart
prägen das Bild der Landschaft und der Main ist hier schon recht
mächtig. Bille hatte schon recht, als sie letzte Woche meinte, man
sollte den Main mal wieder seriös mit dem Rad bereisen. Mir ist wenigstens
ein kleiner Abschnitt davon vergönnt. Bis Marktheidenfeld habe ich
heute noch Energie und dort wartet dann im Hotel Anker ein Zimmer auf
mich. Abends sitze ich vor dem Restaurant Gasthof Mainblick, in dem ich
früher schon mal logierte, direkt am Fluss und beobachte das Treiben
auf den Fluten (wobei hier nur ab und zu mal ein grosser Lastkahn und
einige Padler vorbei ziehen) und die ankommenden Radwanderer.
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