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Mittwoch,
6. Mai. Von Wemding nach Gunzenhausen (38 Km) Gunzenhausen klingt in meinen Ohren wie ein Ortsname aus einem Comic wie Fix und Foxi oder Donald Duck. Das ist zugegebenermassen noch kein ausreichender Grund, um hier schon vormittags um halb zwölf im Hotel einzuchecken. Auch ein Besichtigungswunsch des Städtchens selber - sehr touristisch in Richtung älteres Publikum und Ausgangspunkt zum Fränkischen Seenland mit dem Altmühl- und Brombachsee - ist kein stichhaltiger Grund für das frühe Etappenende. Wohl aber das absolut ungemütliche Wetter und die Tatsache, dass Gunzenhausen den Ort markiert, von dem aus ich morgen die Altmühl entlang streunen will. Und zwar total seriös bis hinunter nach Kehlheim. So gibt es also heute Mittag erstmal fränkische Bratwürste mit Sauerkraut für mich, nicht die schlechteste Wahl, wenn man so durchfroren und vom Wind zerzaust ankommt. Um von Wemding
ins Altmühltal zu gelangen, bin ich heute einer Route gefolgt, die
als Gunzenhausen-Hahnenkamm-Ries-Weg, kurz "GHR", ausgeschildert
ist. Der gesamte Radweg ist gut gekennzeichnet und führt recht abwechslungsreich
vom Nördlinger Ries ins Altmühltal. Dazu muss allerdings ein
bisschen gekraxelt werden. Zum Beispiel gleich am Anfang, bevor man bei
Polsingen hinab ins Tal der Rohrach gleiten kann und dieses Gewässer
bis zum Hahnenkammsee oder sogar noch weiter bis nach Heidenheim begleitet.
Zwischen Ursheim und dem Hahnenkammsee darf man über grobe Wege jonglieren,
so dass ich mich ab einem bestimmten Punkt frage, warum ich nicht die
Landstrasse auf der anderen Talseite benutze. Ehe ich jedoch diesem Gedanken
Taten folgen lasse, bin ich schon am Hahnenkammsee, auf dem die Schwalben
tief über der Wasseroberfläche fliegend ihre Bahnen ziehen.
Und ab hier wird auch der Weg besser. Etwas später gilt es dann,
erneut einen Berg zu erklimmen, bis man oberhalb des Ortes Spielberg den
Gipfel erreicht und erstmal mit einem Ausblick hinab ins Altmühltal
belohnt wird. Die Abfahrt durch den Ort hinunter nach Gnotzheim ist dann
extrem steil - wehe dem, der keine guten Bremsen hat. Unten im Altmühltal
angekommen, trifft einen plötzlich der Wind mit voller Breitseite
und auf den paar verbleibenden Kilometer bis nach Gunzenhausen komme ich
mir wie ein Segelschiff hart am Winde vor - natürlich ein Katamaran
mit meinen beiden Auslegern vorne links und rechts... |
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