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Montag, 23. August 2010.
Schifffahrt durch die Wachau und Ruhetag in Melk
 

Mariandl…andl…andl…aus dem Wachauer…auer…Landl… Tja, da fallen einem Bilder und Namen von Filmchen und Schmonzetten aus der Wirtschaftswunderzeit ein, da erscheint eine blonde Marianne Hold, eine fesche Waltraud Haas vor dem inneren Auge, ein flotter Peter Alexander oder ein dunkler Rudolf Prack, so als damaliges Pendant zum Latin Lover. Mit diesem Pfund wird hier noch immer gewuchert. Was Wunder, der Grossteil der Touristen hier gehört ja auch dieser Generation an.

Es war eine gute Entscheidung, das mit Schifffahrt. Wir nehmen morgens das erste Schiff und erleben den Fluss im milden Morgenlicht. Hier sieht man wirklich mehr als vom Rad aus. Der Blick kann beide Uferlandschaften erfassen und es ist still. Und weil ich es schon mit dem Nachkriegskino hatte: irgendwie erinnert mich das alles auch an die Anfangssequenz aus "Ich denke oft an Piroschka", jene Szene, in der Gunnar Möller auf dem Donaudampfer nach Budapest tuckert und auf dem Schiff dann die attraktive Wera Frydtberg kennen lernt…

Und während wir hier auf dem Sonnendeck dösen, während wir auf der Rückfahrt von Krems nochmals in Dürnstein oder Spitz halten, während die Mittagssonne die Landschaft härter wirken lässt und der transparent-milchige Schleier der Morgenstunden sich verzogen hat, scheint es uns, als ob unsere Radreise hier zu einem Abschluss gekommen ist. Wir haben weder das Verlangen, die Donau bis über Wien hinaus entlang zu radeln um von dort zum Neusiedler See zu kommen, noch können wir uns dafür begeistern, die grosse Stadt südlich durch den Wiener Wald zu umfahren, wie es ursprünglich vorgesehen war. Also denken wir um, fügen wir uns der Laune des Augenblickes…

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