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Der
gestrige Abendspaziergang durch Wolfratshausen zeigt eine an sich
sehenswerte Innenstadt mit einigen historischen Häusern,
die leider durch den Durchgangsverkehr geprägt ist. Ruhe
findet man in den Parkanlagen links und rechts der Loisach. Aber,
wie oben schon geschrieben: wir wollen hier ja keine Wurzeln schlagen.
Dieser Gedanke kommt angesichts des Nieselregens, der uns heute
Morgen begrüsst, eh nicht auf. Obwohl, andererseits, wenn
es draussen so trüb ist wie heute, zieht man vielleicht doch
lieber die Decke über den Kopf und bleibt liegen. Oder man
begibt sich - so vorhanden - in ein Thermalbad. Als wir schliesslich
losziehen, hat es aufgehört zu regnen. Wir radeln die paar
Meter zurück zur Isar und queren sie. Neben der Brücke
ist anscheinend der Versammlungsort beziehungsweise die Startstelle
für Flossfahrten. Da warten schon Leute, der Catering Service
ist da, die Blasskapelle packt die Instrumente aus. Nur das Floss
ist nicht in Sicht. Das (nicht nur) in Bayern so beliebte flüssige
goldgelbe Grundnahrungsmittel ist ebenfalls schon verfügbar
und wird fleissig ausgeschenkt
Uns ficht das nicht an. Wir biegen vielmehr gleich nach der Brücke
rechts ab, auf eine kleine Strasse, die nach Ascholding führt.
Die ist zwar wegen einer Baustelle gesperrt, aber eine Passantenbefragung
klingt zumindest so vielversprechend, dass wir es kurzerhand wagen.
Ruhig und unbehelligt vom Autolärm gleiten wir durch den
nassen Wald. Ab und zu ist uns ein Blick auf den Fluss vergönnt,
der rechts von uns in seinem Kiesbett seine Bahnen zieht. Bald
kehren wir der Isar endgültig den Rücken und radeln
hinab und durch die Ortschaft Ascholding, deren gepflegte Gehöfte
und Anwesen (oft mit viel Schnitzwerk am Holz der Fassaden) sich
weit auseinander gestreckt dahin ziehen. Wie viel Platz die Leute
hier haben!
Auf und ab geht es nun durch ein hügeliges Land: Harmating,
Linden, Baiernrain und Steingau heissen die Ortschaften, die unseren
Weg säumen. Mittlerweile hat sich das Wetter gebessert und
die Sonne hat die Oberhand gewonnen. Das ist genau die Bilderbuchlandschaft,
die man im Kopf hat, wenn man an Oberbayern denkt. Auf dem nächsten
Abschnitt bis Otterfing nervt leider der Autoverkehr und auch
auf der Strecke über Kreuzstrasse nach Grub und weiter bis
Aschbach wird kräftig Gas gegeben. Irgendwo unterqueren wir
auch eine Autobahn, auf der sich der Verkehr in Richtung Norden
staut. Wohnwägen, Wohnmobile, PKWs - es ist Ferienende in
einigen Bundesländern, oder vielleicht auch in Holland.
Bei Westerham erreichen wir das Mangfalltal und klinken uns auf
dem gleichnamigen Radweg ein. Immer am Flüsschen entlang
radeln wir nun nach Osten, von Wolken bedeckte Berge im Blickfeld.
Eigentlich eine recht sehenswerte Gegend hier. Auch dieser Radweg
entlang der Mangfall. Teilweise muss man halt mit den beladenen
Rädern etwas konzentrierter unterwegs sein, da der Kiesbelag
des Radweges manchmal etwas gröber oder tiefer ist. Das macht
natürlich müde und wir sind froh, als wir - es hat inzwischen
wieder leicht zu tröpfeln begonnen - unser Hotel in Happing
bei Rosenheim erreichen.
Hier ist wirklich viel los, ob das an der Bundesgartenschau liegt?
Abends bessert sich das Wetter und wir können auf der Hotelterrasse
mit Blick auf Gärten, Kinderspielplatz und kleinen Streichelzoo
werfen.
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