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Sonntag, 15. August 2010.
Von Wolfratshausen nach Happing bei Rosenheim (67 Km)
 

Der gestrige Abendspaziergang durch Wolfratshausen zeigt eine an sich sehenswerte Innenstadt mit einigen historischen Häusern, die leider durch den Durchgangsverkehr geprägt ist. Ruhe findet man in den Parkanlagen links und rechts der Loisach. Aber, wie oben schon geschrieben: wir wollen hier ja keine Wurzeln schlagen. Dieser Gedanke kommt angesichts des Nieselregens, der uns heute Morgen begrüsst, eh nicht auf. Obwohl, andererseits, wenn es draussen so trüb ist wie heute, zieht man vielleicht doch lieber die Decke über den Kopf und bleibt liegen. Oder man begibt sich - so vorhanden - in ein Thermalbad. Als wir schliesslich losziehen, hat es aufgehört zu regnen. Wir radeln die paar Meter zurück zur Isar und queren sie. Neben der Brücke ist anscheinend der Versammlungsort beziehungsweise die Startstelle für Flossfahrten. Da warten schon Leute, der Catering Service ist da, die Blasskapelle packt die Instrumente aus. Nur das Floss ist nicht in Sicht. Das (nicht nur) in Bayern so beliebte flüssige goldgelbe Grundnahrungsmittel ist ebenfalls schon verfügbar und wird fleissig ausgeschenkt…

Uns ficht das nicht an. Wir biegen vielmehr gleich nach der Brücke rechts ab, auf eine kleine Strasse, die nach Ascholding führt. Die ist zwar wegen einer Baustelle gesperrt, aber eine Passantenbefragung klingt zumindest so vielversprechend, dass wir es kurzerhand wagen. Ruhig und unbehelligt vom Autolärm gleiten wir durch den nassen Wald. Ab und zu ist uns ein Blick auf den Fluss vergönnt, der rechts von uns in seinem Kiesbett seine Bahnen zieht. Bald kehren wir der Isar endgültig den Rücken und radeln hinab und durch die Ortschaft Ascholding, deren gepflegte Gehöfte und Anwesen (oft mit viel Schnitzwerk am Holz der Fassaden) sich weit auseinander gestreckt dahin ziehen. Wie viel Platz die Leute hier haben!

Auf und ab geht es nun durch ein hügeliges Land: Harmating, Linden, Baiernrain und Steingau heissen die Ortschaften, die unseren Weg säumen. Mittlerweile hat sich das Wetter gebessert und die Sonne hat die Oberhand gewonnen. Das ist genau die Bilderbuchlandschaft, die man im Kopf hat, wenn man an Oberbayern denkt. Auf dem nächsten Abschnitt bis Otterfing nervt leider der Autoverkehr und auch auf der Strecke über Kreuzstrasse nach Grub und weiter bis Aschbach wird kräftig Gas gegeben. Irgendwo unterqueren wir auch eine Autobahn, auf der sich der Verkehr in Richtung Norden staut. Wohnwägen, Wohnmobile, PKWs - es ist Ferienende in einigen Bundesländern, oder vielleicht auch in Holland.

Bei Westerham erreichen wir das Mangfalltal und klinken uns auf dem gleichnamigen Radweg ein. Immer am Flüsschen entlang radeln wir nun nach Osten, von Wolken bedeckte Berge im Blickfeld. Eigentlich eine recht sehenswerte Gegend hier. Auch dieser Radweg entlang der Mangfall. Teilweise muss man halt mit den beladenen Rädern etwas konzentrierter unterwegs sein, da der Kiesbelag des Radweges manchmal etwas gröber oder tiefer ist. Das macht natürlich müde und wir sind froh, als wir - es hat inzwischen wieder leicht zu tröpfeln begonnen - unser Hotel in Happing bei Rosenheim erreichen.

Hier ist wirklich viel los, ob das an der Bundesgartenschau liegt? Abends bessert sich das Wetter und wir können auf der Hotelterrasse mit Blick auf Gärten, Kinderspielplatz und kleinen Streichelzoo werfen.

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