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Samstag, 21. August 2010.
Von Wels nach Wallsee (77 Km)
 

Jetzt aber! Donauradweg! Flach wie eine Flunder! Sagt zumindest das BIKELINE-Buch. Diesem haben wir auch die Adresse für unsere heutige Unterkunft entnommen und gestern erstaunt festgestellt, dass gleich der erste Anruf von Erfolg gekrönt war. Wie jetzt? Wir dachten Radlerautobahn und Hauptsaison und Unterkunftsengpässe und so?

Voller Vorfreude auf eine - ich wiederhole mich - diesmal wirklich steigungsfreie Fahrt starten wir in den sonnigen Morgen und setzen gleich über die Traun, um uns auf dem rechten Flussufer in den Traunradweg einzuklinken. Fängt auch gut an, dieses Unternehmen. Doch nach ein paar hundert Metern mündet ein Gewässer von rechts in den Fluss. Mangels Brücklein müssen wir diesem nach schräg rückwärts folgen und sehen uns plötzlich eben doch Aug in Aug einem Berg gegenüber. Der liegt einfach dumm im Weg und will überwunden werden. Da kann man noch so fluchen und sich wenigstens Asphalt statt losen Schotter wünschen, allein: was hilft's? Hätte man eben doch noch ein Weilchen auf der anderen Flussseite bleiben müssen und erst später das Ufer wechseln sollen…

Irgendwann ist das jedoch Geschichte und wir finden endlich doch zu unserem Traunweg zurück. Doch der Traunweg ist auch fürderhin kein Traumweg: Fast zwanzig Kilometer rollen wir durch einen grünen, fast kerzengeraden Korridor aus Buschwerk. Da kann man gut Strecke machen, keine Frage, aber der Geist ist schnell gelangweilt (besonders so ein unruhiger wie der meine).
So kommt uns bei einer Eisenbahnbrücke der Wegweiser nach St. Florian gerade recht, denn von dort hat man Anschluss an den Donauradweg - im BIKELINE Radführer wird ein Ausflug nach eben diesem Ort beschrieben. Leider führt uns diese Route, als R 14 ausgeschildert, wieder mitten hinein in die Hügel. Immerhin: man sieht jetzt wieder was von der wirklich auch sehenswerten Landschaft. Besonders gefallen uns die grossen Bauernhöfe, die oft oben auf den Hügelkuppen platziert wurden. Das erinnert an die Toskana. Als wir nach Rohrbach hinauf schnaufen, ist es schon recht heiss geworden. Hier in Rohrbach werden Einfamilienhäuser en masse gebaut - die meisten davon mit Blick hinunter ins Donautal und auf die rauchenden Schornsteine der Linzer Fabriken und Gewerbegebiete. Na ja, wer's mag, für den ist es das Höchste…

Endlich finden wir auch selber hinab ins Donautal. Zuerst gibt's noch eine willkommene Rast am Pichlinger See und bald sind wir buchstäblich auf dem Donauradweg, können eine sehr schöne Fahrt durch Maisfelder und Obstgärten, Wiesen und Auwälder geniessen und kommen gut voran. Hier sind wirklich spürbar mehr Radfahrer unterwegs, das muss man schon sagen. Wobei es eher Kurzausflügler zu sein scheinen, denn Bepackte sieht man gar nicht mal so oft.

Kurz vor der Mündung der Enns treffen wir zum ersten Mal auf die Donau, die hier mächtig und breit wirkt, fast schon ein richtiger Strom. Eine Fähre setzt uns über die Enns. Bald baut sich am Horizont ein sehenswertes Bild auf: das Panorama von Wallsee mit dem Schloss. Die dominante Staustufe der Donau fügt diesem harmonischen Bild noch eine nüchterne Note hinzu.
Wallsee haben wir nicht nur wegen der passenden Entfernung zum vorherigen Etappenort gewählt, es ist auch das im Radführer angepriesen Stadtbild mit dem historischen Marktplatz, das uns neugierig gemacht hat. Schmuck ist er schon, der Marktplatz, der historische. Auch wenn einige Häuser eingerüstet sind und renoviert werden. Viel besser aber gefällt uns jedoch die Aussicht die sich von hier oben bietet. Wir sitzen lange auf der Terrasse eines Restaurants und geniessen den Blick nach Osten, mit der langsam sinkenden Sonne im Rücken und den immer länger werdenden Schatten, die über die Maisfelder und Wiesen und Wäldchen wandern. Ach was ist der Sommer auf dem Land doch schön…

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