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Jetzt
aber! Donauradweg! Flach wie eine Flunder! Sagt zumindest das
BIKELINE-Buch. Diesem haben wir auch die Adresse für unsere
heutige Unterkunft entnommen und gestern erstaunt festgestellt,
dass gleich der erste Anruf von Erfolg gekrönt war. Wie jetzt?
Wir dachten Radlerautobahn und Hauptsaison und Unterkunftsengpässe
und so?
Voller Vorfreude auf eine - ich wiederhole mich - diesmal wirklich
steigungsfreie Fahrt starten wir in den sonnigen Morgen und setzen
gleich über die Traun, um uns auf dem rechten Flussufer in
den Traunradweg einzuklinken. Fängt auch gut an, dieses Unternehmen.
Doch nach ein paar hundert Metern mündet ein Gewässer
von rechts in den Fluss. Mangels Brücklein müssen wir
diesem nach schräg rückwärts folgen und sehen uns
plötzlich eben doch Aug in Aug einem Berg gegenüber.
Der liegt einfach dumm im Weg und will überwunden werden.
Da kann man noch so fluchen und sich wenigstens Asphalt statt
losen Schotter wünschen, allein: was hilft's? Hätte
man eben doch noch ein Weilchen auf der anderen Flussseite bleiben
müssen und erst später das Ufer wechseln sollen
Irgendwann
ist das jedoch Geschichte und wir finden endlich doch zu unserem
Traunweg zurück. Doch der Traunweg ist auch fürderhin
kein Traumweg: Fast zwanzig Kilometer rollen wir durch einen grünen,
fast kerzengeraden Korridor aus Buschwerk. Da kann man gut Strecke
machen, keine Frage, aber der Geist ist schnell gelangweilt (besonders
so ein unruhiger wie der meine).
So kommt uns bei einer Eisenbahnbrücke der Wegweiser nach
St. Florian gerade recht, denn von dort hat man Anschluss an den
Donauradweg - im BIKELINE Radführer wird ein Ausflug nach
eben diesem Ort beschrieben. Leider führt uns diese Route,
als R 14 ausgeschildert, wieder mitten hinein in die Hügel.
Immerhin: man sieht jetzt wieder was von der wirklich auch sehenswerten
Landschaft. Besonders gefallen uns die grossen Bauernhöfe,
die oft oben auf den Hügelkuppen platziert wurden. Das erinnert
an die Toskana. Als wir nach Rohrbach hinauf schnaufen, ist es
schon recht heiss geworden. Hier in Rohrbach werden Einfamilienhäuser
en masse gebaut - die meisten davon mit Blick hinunter ins Donautal
und auf die rauchenden Schornsteine der Linzer Fabriken und Gewerbegebiete.
Na ja, wer's mag, für den ist es das Höchste
Endlich finden wir auch selber hinab ins Donautal. Zuerst gibt's
noch eine willkommene Rast am Pichlinger See und bald sind wir
buchstäblich auf dem Donauradweg, können eine sehr schöne
Fahrt durch Maisfelder und Obstgärten, Wiesen und Auwälder
geniessen und kommen gut voran. Hier sind wirklich spürbar
mehr Radfahrer unterwegs, das muss man schon sagen. Wobei es eher
Kurzausflügler zu sein scheinen, denn Bepackte sieht man
gar nicht mal so oft.
Kurz vor der Mündung der Enns treffen wir zum ersten Mal
auf die Donau, die hier mächtig und breit wirkt, fast schon
ein richtiger Strom. Eine Fähre setzt uns über die Enns.
Bald baut sich am Horizont ein sehenswertes Bild auf: das Panorama
von Wallsee mit dem Schloss. Die dominante Staustufe der Donau
fügt diesem harmonischen Bild noch eine nüchterne Note
hinzu.
Wallsee haben wir nicht nur wegen der passenden Entfernung zum
vorherigen Etappenort gewählt, es ist auch das im Radführer
angepriesen Stadtbild mit dem historischen Marktplatz, das uns
neugierig gemacht hat. Schmuck ist er schon, der Marktplatz, der
historische. Auch wenn einige Häuser eingerüstet sind
und renoviert werden. Viel besser aber gefällt uns jedoch
die Aussicht die sich von hier oben bietet. Wir sitzen lange auf
der Terrasse eines Restaurants und geniessen den Blick nach Osten,
mit der langsam sinkenden Sonne im Rücken und den immer länger
werdenden Schatten, die über die Maisfelder und Wiesen und
Wäldchen wandern. Ach was ist der Sommer auf dem Land doch
schön
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