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Montag, 10.
Mai 2010. Von Deisslingen nach Hechingen (51 km)
Deisslingen > Neufra > Frittlingen >
Wilfingen > Schörzingen > Schömberg > Dotternhausen
> Balingen > Engstlatt > Bisingen > Hechingen
Heute erwischt es mich kalt. Beziehngsweise nass. Es hilft mir
auch nicht viel, dass man mir morgens beim Auschecken und später
in einer Bäckerei sein Bedauern über die missliche Wetterlage
ausspricht. Mich stört der Regen gar nicht mal so sonderlich.
Es ist eher die fehlende Sicht. Die Wolken ziehen tief und ich
sehe buchstäblich nichts von der Gegend.
In Deisslingen suche ich mir heute erstmal den Weg zum Bahnhof
und radle jenseits der Schienen nach Norden. Bald führt mich
der Weg in den Wald hinein, steil bergauf und gleich wieder hinunter
in ein Tal. Ich fahre nochmals unter der Bahn hindurch und rolle
durch den Ort Neufra. Eine mässig befahrene Landstrasse bringt
mich hinauf nach Frittlingen, wo ich auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg
noch weiter klettere und anschliessend in ein weites Tal (soweit
ich das erkennen kann) hinunter rausche. Im stetigen Auf und Ab
geht's dahin: Wilfingen, Schörzingen, Schömberg. Seit
einiger Zeit befinde ich mich schon auf dem Hohenzollern-Radweg,
was mir eine gute Beschilderung und fast Landkarten freies Fahren
beschert. Schömberg wartet mit einer sehenswerten Stadtansicht
auf, wenn man hinunter zum Stausee fährt und über die
Schulter zurück blickt. In Dotternhausen trinke ich Kaffee
in einer Bäckerei und werde von einer ob des Wetters recht
bekümmerten Verkäuferin bemuttert.
In Balingen entscheide ich mich gegen eine Querung der Innenstadt
und lande dafür auf einer (immerhin gut beschilderten) Route,
die mich durch die hügeligen Wohnviertel der Stadt leitet.
Viel Umweg für nichts und wieder nichts. Etwas später,
in Engstlatt, wird man wahrscheinlich aus dem Grund den Berg hinauf
gescheucht, dass man einen Blick auf das Hohenzollern Schloss
werfen möge, dass in der Ferne auf einer Anhöhe thront.
Leider oberhalb der Wolkendecke und somit dem Blick entzogen.
Für einen kurzen Moment kann ich das Schloss schemenhaft
erkennen, bevor ich jedoch die Kamera im Anschlag habe, ziehen
wieder Wolken vor. Schade. Auf die Landschaft der heutigen Etappe
hatte ich mich eigentlich sehr gefreut - wirklich gesehen habe
ich kaum etwas. Zu diesem Zeitpunkt freue ich mich sowieso nur
auf ein trockenes und warmes Hotelzimmer und die paar giftigen
Steigungen, die auf dem Weg nach Hechingen noch warten, nehme
ich gelassen in Kauf.
Am Spätnachmittag trocknet es allmählich ab und die
Wolken enthüllen ein bewaldetes Hügelland. Wahrscheinlich
werde ich diese Tour eh nochmals machen, dann hoffentlich bei
besseren Witterungsverhältnissen.
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