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Ostersonntag,
24. April 2011. Von Fürstenberg nach Beuron (55 Km). Allerdings ist es kühl hier oben in Fürstenberg. Ein frischer Wind pfeift dort ums Haus. So sind wir froh, als wir nach der Abfahrt unten im Tal angekommen sind und uns in den Donauradweg einfädeln können, dem wir nun ein Weilchen folgen werden. Hier unten ist es auch gleich ein paar Grade wärmer. Zu meiner Affinität zum Donauradweg muss ich nicht viel erzählen, darüber hab ich mir ja schon in x-Reiseberichten die Finger wund geschrieben. Ich freue mich einfach, erneut diese Gegend hier erleben zu dürfen. Das kühle, aber nicht zu kühle Wetter ist geradezu ideal zum Rad fahren. Wir gleiten am Wartenberg vorbei, durch Geisingen und Immendingen hindurch, schauen uns bei Möhringen die Donauversickerungen an - die dieses Jahr selbstverständlich recht gut zu sehen sind - und sind flugs in Tuttlingen, wo wir in der Innenstadt eine Pause einlegen. War es bis hierher ruhig und beschaulich, so ändert sich das jenseits von Tuttlingen. Der Tag schreitet voran und damit sind auch immer mehr Wanderer, Velofahrer, Ausflügler, Familien mit Kindern auf dem Donauradweg unterwegs. Klar, es ist Ostersonntag und der enge, wildromantische Talabschnitt der oberen Donau zieht nicht nur uns beide an. Bisher war der Radweg asphaltiert, aber nun ist er nicht mehr befestigt und erfordert mehr Konzentration, zudem muss man um die anderen "Verkehrsteilnehmer" herum jonglieren und aufpassen, dass man niemanden über den Haufen fährt. Wie jeder weiss: das kostet halt auch Energie und so trifft es sich ganz gut, dass die Etappe bald zu Ende sein wird. Irgendwo auf einem dieser kleinen Anstiege, die den Donauradweg hier prägen, überhole ich eine Frau, die ihr Fahrrad schiebt. Als sie mich langsam vorbei kurbeln sieht, kommt mal wieder eine dieser typisch absurden Fragen auf mich zu (besonders wenn man das Verhalten der Fragestellerin in Betracht zieht), mit denen man als Liegeradfahrer eben ab und an konfrontiert wird: Sie: "Ist es nicht furchtbar anstrengend, so ein Rad bergauf zu fahren?" Ich: "Warum sollte es denn? Ich hab schliesslich genauso wie Sie eine Gangschaltung mit leichten Gängen." Sie: "Aber sie können doch nicht aus dem Sattel, wenn es steil wird!" Ich: "Gehen Sie denn aus dem Sattel?" Sie: "Nein" Und schon bin ich vorbei. Dass ich mein Rad samt dem Gewicht der Packtaschen locker den Berg hinauf treten und in Ruhe mit ihr reden kann, während sie keuchend ihr unbepacktes Rad schieben muss, das fällt ihr nicht auf. Manchmal fragt man sich schon, woher oder wie sich die Leute ihre Meinungen bilden. Egal, wir beenden unsere heutige Etappe in Beuron, wo wir uns in einem Hotel einquartiert haben, um auch mal den Ort und namentlich das Kloster zu besichtigen. Letzteres kann man leider nicht, sondern nur die dazu gehörige Abteikirche, was auch völlig in Ordnung ist. Ein Seitenschiff der Kirche, die Gnadenkapelle, ist sehr ungewöhnlich gestaltet, sieht irgendwie fast byzantinisch aus. Das allein hat für uns den Besuch schon gelohnt. Später, im Restaurant unseres Hotels, sitzt ein recht leutseliger Klosterbruder inmitten einer heiteren Tischrunde und hat wohl viel zu erzählen und zu reden. Jedenfalls unterhält er den ganzen Tisch. Aussehen tut er wie aus dem Bilderbuch (oder wie aus einem Roman von Umberto Eco entsprungen): feist, rotwangig und irgendwie, ja, man möcht' fast sagen: listig. |
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