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Samstag, 3. September 2011
Von Wangen nach Memmingen (58 Km)
Unterwegs baut man immer wieder mal Feindbilder auf oder ruft schon vorhandene von der eigenen Festplatte ab. Rabiate Autofahrer, das Wetter, Lüftungsanlagen in Hotelzimmertoiletten und dergleichen mehr. Da kommt man im Laufe der Jahre auf eine ansehnliche Liste, der ich gerne noch einen neuen Punkt hinzufügen möchte: selbst schliessende schwere Türen, die sich gerne finden in verschiedenen Bereichen diverser Hotels, egal welcher Kategorie. Ob Korridore oder Tiefgaragen, Durchgänge oder Eingangstüren - immer wieder trifft man auf diese Ungetüme, die, bedingt durch eine starken Federmechanismus, kaum geöffnet, sofort wieder zu fallen. Hat man nun in jeder Hand eine Ortlieb-Packtasche, zusätzlich eine Lenker- oder andere Zusatztasche mit dem Gurt um den Rücken gehängt, es geschafft, den Zimmerschlüssel doch noch irgendwie in den Fingern zu halten und die Luftpumpe quer zwischen den Zähnen, dann kommt so was ganz und gar ungelegen (zudem kann man wegen der Pumpe nicht mal ordentlich fluchen). So geht's uns unter anderem auch heute. Wo wir doch nichts anders wollen, als durch den Morgensonnenschein gen Nordosten zu radeln, um vor Beginn der Mittagshitze möglichst noch viele Kilometer zu machen.

Als sich das mit der Tücke des Objektes wieder gelegt hat, arbeiten wir uns aus der Stadt heraus, lassen die Vorortsiedlungen Wangens hinter uns, bis uns ein Feldweg aufnimmt, der zwischen der Autobahn und dem Flüsschen Untere Argen nach Nordosten führt. Irgendwann liegen beide, also Autobahn und Fluss, hinter uns und wir radeln - Hügel auf, Hügel ab - durch eine der gestrigen Etappe ähnliche Topografie. Erneut Eiszeit-Gletscher-Terrain mit Wiesen und Wäldern, alles saftigst grün, und immer wieder mal einen Panoramablick auf die im Süden im Gegenlicht liegende Alpenkette.

Um die Mittagszeit machen wir Pause in Leutkirch, schon recht müde und abgekämpft, obwohl der Tacho noch kaum 30 gefahrene Kilometer anzeigt. Die zweite Etappenhälfte geht uns dann besser von der Hand. Wir queren die Iller und finden zudem etwa 10 Kilometer vor Memmingen noch eine stillgelegte Eisenbahntrasse und können, wie gestern auch schon, ebenerdig und komfortabel in die Innenstadt rollen. In der am Samstag ganz schön was los ist. Vor allen Dingen auch in unserem Hotel, wo man wohl einen runden Geburtstag feiert und die Gäste viel zu warm angezogen sind - jedenfalls haben die alle rote Gesichter. Oder es kommt gar nicht von der Hitze. Kann ja auch sein.

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