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Montag, 5. September 20111
Von Günzburg nach Donauwörth (72 Km)

Machen wir doch mal eine kleine Liste mit den Vor- und Nachteilen einer Fahrradtour bei Regenwetter:

+ die würzige, frische Luft nach stickig-schwülen Tagen
+ die Sinnlichkeit der Natur, als ob sie unter der Dusche stehen würde
+ die Stille der Landschaft
+ da die Fernsicht eingeschränkt ist, richtet sich der Blick nach innen und man beschäftigt sich mit sich selber
da die Fernsicht eingeschränkt ist, richtet sich der Blick nach innen und man beschäftigt sich mit sich selber
eine gewisse Ungemütlichkeit, bedingt durch die tieferen Temperaturen und (vielleicht) dem Gegenwind
die Nässe, die irgendwann auch durch die Regenklamotten dringt
der Autoverkehr wird als noch lauter und aggressiver wahrgenommen

Doch alles Abwägen nützt nichts und man muss es nehmen, wie es kommt. Also hoppeln wir bei Regen über das Kopfsteinpflaster, setzen über die Donau und tauchen in den Auwald ein, der den Fluss begleitet. Das Laub an Bäumen und Büschen schirmt den Regen ab, kein Lüftchen regt sich hier im Blätterwald. Oft schon hab ich diese Passage als Durststrecke empfunden, doch heute macht sie mir Spass. Es gibt nämlich auch was zu sehen: Auf der aufgestauten Donau treiben sich viele Wasservögel herum, von denen die meisten sich wohl für ihre eigene Reise in den Süden sammeln. Nachdem uns der Auwald irgendwann dann doch wieder freigegeben hat, wollen die Städte Gundelfingen, Lauingen und Dillingen durchfahren werden. Durch die regennassen Strassen kommt uns der Autoverkehr heute sehr fordernd und laut vor. In Dillingen wärmen wir uns schliesslich mehr schlecht als recht in einem Stehcafé auf, so durchnässt, dass wir uns nicht hinzusetzen trauen.

Daraufhin wird es allmählich heller und es hört auf zu regnen. Als wir die "schnelle" Passage durch das Donauried in Angriff nehmen, ist der Asphalt bereits trocken und der Wind treibt uns flott voran. Angesichts des schlechten Wetters, bei dem man abends wohl kaum draussen in einem Strassencafé sitzen will, haben wir uns für das Parkhotel oberhalb der Stadt entschieden, das ich noch von der Reise 2004 her kenne. Irgendwie steht uns, durchfroren wie wir sind, der Sinn nach so etwas wie Luxus. Und den bekommen wir dann auch: Ein Zimmer mit Panoramablick über die Stadt. Abends kommt sogar noch die Sonne heraus und wir können doch noch auf der Terrasse sitzen. Ein Déjà-Vu-Erlebnis.

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