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Dienstag, 13. September 2011
Von Jagsthausen nach Bad Wimpfen (44 Km)

Das hier ist einer meiner Lieblingsplätze. Die Terrasse des Restaurants neben dem Blauen Turm in Bad Wimpfen. Hier sitzen und den Blick hinab ins Neckartal geniessen. Beobachten, wie die Milane und Turmfalken unter mir im Handaufwind segeln, die Ruderer ihre Trainingseinheiten auf dem Fluss absolvieren und die dicken Frachtkähne den Fluss hinauf nach Heilbronn oder hinab nach Rotterdam tuckern und wie sich das Licht mit der untergehenden Sonne verändert. Ganz so ideal wie auch schon ist es heute leider nicht, denn wir haben veränderliches Wetter und der immer noch stramme Westwind treibt dicke Wolkenschiffe vor sich her. Doch man kann draussen sitzen und es ist warm genug.

Dieses Jahr ist der Wind eh ein grossen Thema auf unseren Reisen. Auf der Osterreise an der oberen Donau und Oberschwaben, später dann in Österreich und jetzt hier: überall sind wir mit reichlich Gegenwind konfrontiert gewesen. Auch heute bläst es den ganzen Tag von vorn. Doch die Tour ist nur kurz. Wir folgen natürlich weiterhin dem Flusstal, können das alles ohne Zeitdruck geniessen. Das Tal ist sehenswert, stellenweise sogar recht idyllisch. In Möckmühl gönnen wir uns eine kleine Kaffeepause und bald sind wir schon auf der Einflugschneise nach Bad Wimpfen, dessen Türme irgendwann in der Ferne über den Baumwipfeln sichtbar werden.

Wir kommen recht früh an und sind erstmal überrascht, dass es schwierig ist, hier überhaupt noch ein Hotelzimmer zu ergattern. Wie schon in Bad Mergentheim sind hier die paar Hotels fast ausgebucht. Zwar bekommen wir noch ein Zimmer, doch die Suche danach gestaltet sich etwas unentspannt. Im September ist hier anscheinend Hochsaison. Da wir so "spät" im Jahr noch nie hier unterwegs waren, und früher immer problemlos Unterkunft fanden, erstaunt uns das natürlich. Andererseits: die vielen Radler, die wir heute gesehen haben, Paare, Gruppen bis zu einem Dutzend Radler, einmal sogar ein richtiges Peloton mit geschätzten dreissig Teilnehmern, müssen auch irgendwo unterkommen. Ob wohl all die Reiseveranstalter, die Radreisen als Komplettpaket mit Gepäcktransport und Übernachtungen anbieten, die Hotels angemietet haben? Anzunehmen.

Wir jedenfalls kommen in einem schnuckeligen Hotel in der Altstadt unter, das von einer Dame aus Thailand geführt wird. Die Innenausstattung spiegelt sowohl westliche als auch asiatische Kultur wieder, best of both worlds sozusagen: Der enge Treppenaufgang zu unserem Zimmer im obersten Stockwerk ist gepflastert mit Bildnissen vom Kreuzweg Jesu und mit thailändischem Dekor, die Wände im Zimmer und im Frühstücksraum zeigen Bildnisse von europäischen Staatsmännern und ihren Pendants in Thailand.

Wir sind heute ein hellhörig geworden, was die Unterkunftssituation in der Gegend hier betrifft und machen telefonisch schon mal die nächsten beiden Übernachtungen am Kocherradweg flott und widmen uns dann erst der Stadt.

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