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Also der
Radweg entlang des Kochertales verdient meines Erachtens das Prädikat
"Premium". Wem das zu geschwollen oder aufgesetzt klingt,
dem sei gesagt: Die Streckenführung ist sehr gut gelöst
(ich weiss, ich wiederhole mich, doch ich bin wirklich angetan),
die Beschilderung vorbildlich, das Flusstal mit all seinen Facetten
sehenswert und das Wetter, nun, da muss man einfach Glück
haben. So wie wir heute. Wieder mal ein sonniger Tagesbeginn.
Zwar wird das Vorankommen nach Süden und Osten durch die
tiefstehende Sonne mit ihrer Blendwirkung erstmal noch erschwert,
doch beschweren wollen wir uns darüber nicht.
Nachdem unsere
Räder wieder aus ihrem temporären Verliess entlassen
worden sind, rollen wir die paar Meter von der Innenstadt zum
Kocher und folgen dem Fluss flussaufwärts. Wie dieses Wetter
auch gleich Laune macht. Die Wiesen tauglitzernd, der Himmel tiefblau,
die Temperaturen noch angenehm kühl. Zuerst leitet uns ein
Asphaltsträsslein schön flach den Talgrund entlang,
während über Kocherstetten die Silhouette eines Schlosses
in Sicht kommt. Ein paar Minuten später radeln wir unter
der gigantischen Kochertalbrücke hindurch, wo mir schon beim
Blick nach oben schwindlig wird. Wir wechseln immer wieder mal
vom Talgrund auf halbe Hanghöhe und erleben somit verschiedene
Perspektiven.
Am späten
Vormittag nähern wir uns Schwäbisch Hall. Diesmal begnügen
wir uns nicht mit dem Stadtpanorama aus verschachtelten Fachwerkhäusern,
das man vom Fluss aus sieht, wir radeln auch noch hoch zum Marktplatz
mit der St. Michaelskirche samt ihrer steilen Treppe und den eindrucksvollen
Fassaden der angrenzenden Gebäude. Schnuckelige Stadt.
Jenseits
von Schwäbisch Hall ändert sich die Gegend und der Radweg
führt vom Flusstal hinauf auf das Plateau. Wie immer, wird
das mit einem weiten Blick übers Land begleitet. So geht
das leicht wellig dahin, bis kurz vor Gaildorf dann eine fast
wieder ans Allgäu erinnernde Gegend mit Weiden und Nadelwäldern
auf uns wartet.
Bei dem Kaiserwetter
will man natürlich auch nach dem Etappenende noch möglichst
lange draussen sein, doch unser heutiges Hotel liegt leider an
der Bundesstrasse und der im Bed&Bike-Verzeichnis angegebene
Gastgarten erweisst sich als unbrauchbar, da auch er zur grossen
Strasse mit dem Schwerverkehr hin zeigt. Nachdem wir seit Gaildorf
eh wieder damit konfrontiert sind und uns in unserer Fantasie
einen ruhigen Garten zum Ausklang vorgestellt hatten, sind wir
natürlich enttäuscht. Auf der anderen Seite des Hotels
sind auch noch Handwerker am Werkeln, denn dort entsteht eine
Terrasse. Das ist einerseits gut, anderseits sind wir wohl eine
Saison zu früh hier. Allerdings finden wir dann trotzdem
noch ein Plätzchen, an dem wir halbwegs Ruhe und noch viel
Spätnachmittags- und Abendsonne finden.
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