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Donnerstag, 15. September 2011
Von Künzelsau nach Unterrot (54 Km)

Also der Radweg entlang des Kochertales verdient meines Erachtens das Prädikat "Premium". Wem das zu geschwollen oder aufgesetzt klingt, dem sei gesagt: Die Streckenführung ist sehr gut gelöst (ich weiss, ich wiederhole mich, doch ich bin wirklich angetan), die Beschilderung vorbildlich, das Flusstal mit all seinen Facetten sehenswert und das Wetter, nun, da muss man einfach Glück haben. So wie wir heute. Wieder mal ein sonniger Tagesbeginn. Zwar wird das Vorankommen nach Süden und Osten durch die tiefstehende Sonne mit ihrer Blendwirkung erstmal noch erschwert, doch beschweren wollen wir uns darüber nicht.

Nachdem unsere Räder wieder aus ihrem temporären Verliess entlassen worden sind, rollen wir die paar Meter von der Innenstadt zum Kocher und folgen dem Fluss flussaufwärts. Wie dieses Wetter auch gleich Laune macht. Die Wiesen tauglitzernd, der Himmel tiefblau, die Temperaturen noch angenehm kühl. Zuerst leitet uns ein Asphaltsträsslein schön flach den Talgrund entlang, während über Kocherstetten die Silhouette eines Schlosses in Sicht kommt. Ein paar Minuten später radeln wir unter der gigantischen Kochertalbrücke hindurch, wo mir schon beim Blick nach oben schwindlig wird. Wir wechseln immer wieder mal vom Talgrund auf halbe Hanghöhe und erleben somit verschiedene Perspektiven.

Am späten Vormittag nähern wir uns Schwäbisch Hall. Diesmal begnügen wir uns nicht mit dem Stadtpanorama aus verschachtelten Fachwerkhäusern, das man vom Fluss aus sieht, wir radeln auch noch hoch zum Marktplatz mit der St. Michaelskirche samt ihrer steilen Treppe und den eindrucksvollen Fassaden der angrenzenden Gebäude. Schnuckelige Stadt.

Jenseits von Schwäbisch Hall ändert sich die Gegend und der Radweg führt vom Flusstal hinauf auf das Plateau. Wie immer, wird das mit einem weiten Blick übers Land begleitet. So geht das leicht wellig dahin, bis kurz vor Gaildorf dann eine fast wieder ans Allgäu erinnernde Gegend mit Weiden und Nadelwäldern auf uns wartet.

Bei dem Kaiserwetter will man natürlich auch nach dem Etappenende noch möglichst lange draussen sein, doch unser heutiges Hotel liegt leider an der Bundesstrasse und der im Bed&Bike-Verzeichnis angegebene Gastgarten erweisst sich als unbrauchbar, da auch er zur grossen Strasse mit dem Schwerverkehr hin zeigt. Nachdem wir seit Gaildorf eh wieder damit konfrontiert sind und uns in unserer Fantasie einen ruhigen Garten zum Ausklang vorgestellt hatten, sind wir natürlich enttäuscht. Auf der anderen Seite des Hotels sind auch noch Handwerker am Werkeln, denn dort entsteht eine Terrasse. Das ist einerseits gut, anderseits sind wir wohl eine Saison zu früh hier. Allerdings finden wir dann trotzdem noch ein Plätzchen, an dem wir halbwegs Ruhe und noch viel Spätnachmittags- und Abendsonne finden.

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