Es sind die Eisheiligen, die uns gerade heimsuchen, sagen sie im Wetterbericht. Angeblich soll es aber zusehends besser werden. Und heute ist auch wieder alles rund und stimmig. Das fängt schon mit den angenehm frühen Frühstückszeiten an. Ausserdem weiss ich von vornherein, dass ich mich nur angetan mit den wärmsten Klamotten auf die Piste zu wagen brauche - das Rumprobieren fällt also weg, es gibt kein ewiges Hin und Her wie gestern. Der Wetterfritze sprach gestern noch von freundlichen Aufhellungen am frühen Vormittag, also genau meiner Zeit.

Der erste Abschnitt der heutigen Tour führt mich durch das Donaumoos. Wer mein Faible für diese Art Landschaft kennt, kann sich ausmalen, dass ich hier voll motiviert losziehe. Mit frischem bis mässigen Wind von achtern segle ich gen Osten, der Brenz entgegen. Die Sonne sticht ab und zu durch die sonst dichten Wolken und ich riskiere sogar die Sonnenbrille, in der Hoffnung, dass sich das nicht als schlechtes Omen auswirken möge. Tut es aber. Von hinten zieht es dunkel heran. Als ich in Sontheim die Brenz erreiche und den Fluss begleitenden Radweg nach Norden folge, fängt es schon zu tröpfeln an. Ein paar Minuten später regnet es gar heftigst und das wird nun bis Aalen nicht mehr aufhören. Immerhin konnte ich die ersten 20 Km trocken zurücklegen.

  Herbrechtingen, Heidenheim an der Brenz, Königsbronn…eigentlich wollte ich diese Passage gar nicht mehr fahren. So in dem Stil hab ich mich anlässlich unserer Deutschlandreise 2008 geäussert. Doch heute gefällt mir dieser Streckenabschnitt erstaunlicherweise wieder ganz gut. Das Tal ist halt teilweise recht dicht besiedelt, es stellt aber auch einen relativ komfortablen Weg zwischen dem Donautal und den Tälern von Kocher und Jagst dar. Von Süden aus kommend, ist es bis Königsbronn so gut wie steigungsfrei und von dort geht es in weichen Wellen bis nach Aalen. In Aalen beende ich auch die heutige Etappe, weil ich meine klammen Finger und Zehen einfach nicht mehr warm bekomme. Dort muss ich erstmal an einem grossen Polizeiaufgebot vorbei defilieren. Heute wird ein Hochrisikospiel ausgetragen, bedeutet man mir. Dresden spiele gegen Aalen. Nun, da trifft es sich gut, dass ich jetzt eh im Hotel erstmal meine Gliedmassen wieder auf Betriebstemperatur bringen muss.

Heute habe ich ausser mir nur wenige Radfahrer gesehen. Eine Gruppe mit einem Liegeradfahrer in ihrer Mitte kam mir mal entgegen und ein einsamer Wolf, beladen wie für eine Weltumrundung (macht er ja vielleicht auch) fuhr eine zeitlang vor mir her, ohne dass wir uns näher gekommen wären. Und irgendwann hab ich ihn aus dem Blickfeld verloren.

 

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    Unterwegs im Donaumoos I  
           
    Unterwegs im Donaumoos II  
           
    Unterwegs im Donaumoos III  
           
    Gleich fängt's zu regnen an  
           
    Irgendwo zwischen Heidenheim und Königsbronn  
           
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