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| Sieht doch
schon ganz anders aus, wenn morgens die Sonne scheint! Da fällt es
gar nicht so ins Gewicht, dass der Reifen über Nacht wieder platt geworden
ist. War halt gestern im freien Feld doch schwierig bis unmöglich,
all die kleinen Steinchen aus dem Reifen zu pulen. Das lässt sich jedoch
alles in Ruhe noch vor dem Auschecken im Hotelzimmer erledigen. Etwas später,
aber immer noch sehr früh, starte ich in den sonnigen Tag, verlasse
Nördlingen durch das Deininger Tor und radle der Sonne entgegen. Und
zwar durch's Nördlinger Ries, das zwar nicht gerade wie der Ngorongoro-Krater
aussieht, aber man kann doch durchaus ein bisschen in diese Richtung fantasieren.
Gestern hatte ich das mit meinem End-Etappen-Tunnelblick gar nicht so recht
wahrgenommen. Am Horizont sieht man die Hügel, die den Krater begrenzen,
denn wie man weiss, entstand das Ries ja vor langer Zeit durch einen Meteoriteneinschlag.
Wie sich bei diesem Wetterchen doch gleich die Laune hebt! Nach all den
trüben Tagen. Zwar ist es noch kalt, doch bis Mittag kann ich Schicht
um Schicht ablegen und schliesslich im T-Shirt radeln.
Mein heutiger Plan: mich nach Gunzenhausen, das ja bekanntlich im Altmühltal liegt, durchzuschlagen, um dort wieder auf meine ursprünglich geplante Route zu treffen. Denn wie schon geschrieben, wollte ich gestern eigentlich Rothenburg besichtigen und heute von Rothenburg aus mal wieder das obere Altmühltal hinab pilgern. So ist es eben anders gekommen, was mir immerhin die Entdeckung des Limes-Radweges und die Besichtigung Nördlingens "eingebracht" hat. Und das war auch gut so. |
Nach einiger Zeit treffe ich auf die Wörnitz, ein kleines Flüsschen, das nach Süden zur Donau fliesst. Auch hier gibt es Fahrradwegweiser und ich folge diesen mit einem Linksschwenk nach Norden. Beschaulich geht's hier zu. Das Tal ist weit, die Auwiesen saftig, ich radle durch kleine Ortschaften, immer auf der Suche nach einer Fahrradwerkstatt, bei der ich mir eine leistungsfähige Luftpumpe ausleihen könnte. In Oettingen werde ich fündig und mit Maximaldruck vorne und hinten ist die Welt auch velomässig wieder in Ordnung. Vor der Stadt Wassertrüdingen finde ich Wegweiser vor, die mich, dabei das Wörnitztal verlassend, direkt nach Gunzenhausen leiten. Diese Route führt mich über West-, Ost- und Gnotzheim meinem Zielort entgegen. Voller Vorfreude auf das kleine Hallenbad im Parkhotel in Gunzenhausen spreche ich dort gleich vor, muss aber zu meiner Enttäuschung feststellen, dass das Hotel ausgebucht ist. Schade. So lasse ich mir von der Touristeninfo ein Zimmer vermitteln, geht doch auch. Heute kann man endlich mal wieder draussen sitzen. Das ist gleich ein ganz anderes Leben. Als ich abends in einer Gartenwirtschaft esse, bekomme ich noch etwas gelebte Integration mit. Zwei ältere Damen sitzen auf einer Parkbank ganz in meiner Nähe, wobei die eine einheimisch zu sein scheint, während die andere eindeutig dem muslimischen Kulturkreis zuzuordnen ist. Dazu gesellt sich noch eine Dritte Frau mit einem Fahrrad und die drei versuchen sich nun auszutauschen und sind spürbar neugierig auf einander. Irgendwie anrührend, wie sie sich da zu unterhalten versuchen. |
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Start in einen schönen Morgen | |||||
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Nein, das ist nicht der Radweg! | |||||
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Im Nördlinger Ries | |||||
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Saftiges Grün im Wörnitztal | |||||
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Auf dem Weg ins Altmühltal | |||||
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