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| Morgens um halb acht
stelle ich ein Verkehrshindernis dar, als ich auf meinem Weg zur Donau durch
Burgheim rolle. Einen Radweg gibt es nicht und so muss ich halt auf der
Strasse fahren. Dazu parken, beziehungsweise halten Autos in zweiter Reihe
und nerven dadurch die morgendlichen Pendler zusätzlich. Gleich beim
Ortsausgang begleitet jedoch ein Radweg die Landstrasse und schon hab ich
meine Ruhe. Ich setze bei der Staustufe Bertoldsheim über die Donau
und gleich darauf radle ich auch schon auf dem Donauradweg dahin, mit einem
blauen Himmel zu meiner Rechten und einer sich zusehnds verdichtenden Bewölkung
zu meiner Linken. Dazu gesellt sich mässiger Rückenwind. Sowas
ist immer willkommen.
Der erste Abschnitt der heutigen Etappe führt etwas hügelig bis nach Donauwörth. Von Marxheim bis Altisheim wollen zwar einige Höhenmeter abgearbeitet werden, dafür wird man aber auch immer wieder mal mit Ausblicken über das Lechfeld und das Donautal belohnt. Ich geniesse das zwar, mache mir aber allmählich Sorgen um mein Fahrrad. Die Bremsleistung der der vorderen Scheibenbremse hat auf den letzten Abfahrten rapide abgenommen. Ich kenne das Symptom: Die Bremsbeläge sind allmählich hinüber, dabei hatte ich ihnen vor Reisebeginn noch gut und gerne 2000 Km zugetraut. Doch die Tage mit Regen und Schmutz haben ihnen wohl mehr zugesetzt, als ich mir das vorstellen konnte. Zudem bemerke ich, dass das rechte Gangseil oben am Lenkerhebel auszufransen beginnt. Ich werde wohl sobald wie möglich erneut eine Fahrradwerkstatt aufsuchen müssen, denn auf dieser Reise hab ich dummerweise keinen Ersatz dabei. Am liebsten hätte ich natürlich eine Werkstatt, die direkt auf meinem Weg liegt. In Donauwörth komme ich diesbezüglich nicht auf meine Kosten und so radle ich ohne Pause durch die Stadt, quere die Wörnitz und später die Donau und tauche in die flache Landschaft des Donaurieds ein. Hier werden Bremse und Gangseil eh kaum gefordert. Da mich der Rückenwind unterstützt, bringe ich die gut 20 Km bis zur erneuten Querung der Donau recht flott hinter mich und holpere um Punkt zwölf über das Dillinger Kopfsteinpflaster. Es hat recht viel Verkehr, weil alle entweder zum Mittagessen nach Hause oder einen Parkplatz vor einem Restaurant finden wollen. |
Deswegen fällt mir ein Stein vom Herzen, als ich endlich auf dem Radweg neben der B16 die letzten Kilometer bis Lauingen in Angriff nehme. Hier ist der Durchgangsverkehr in der Innenstadt auch nicht besser, aber diese Geschichte muss ich nicht nochmals aufwärmen, darüber hab ich ja in früheren Reiseberichten schon genug lamentiert. Im Hotel Drei Mohren wartet ein Zimmer auf mich, nach der gestrigen Erfahrung mit den ungewollten Zusatzkilometern wollte ich heute auf Nummer Sicher gehen. Nachmittags bringe ich das Flux in einen Fahrradladen. Ausgerechnet die Bremsbeläge für mein Scheibenbremsmodell haben sie dort nicht auf Lager, doch wir kommen überein, die noch guten Beläge der hinteren Bremse gegen die vorderen zu tauschen. Damit sollte ich eigentlich noch gut nach Hause kommen. Oder bis zur nächsten Werkstatt. Das Gangseil ist eh kein Thema. So bin ich diesbezüglich wieder halbwegs beruhigt, ärgere mich aber über mich selber, weil ich keine Ersatzbeläge mitgenommen habe. Abends sitze ich für eine Weile in einem Biergarten an der Donau,
geniesse den Blick über den Fluss und überhaupt die Tatsache,
dass ich auch heute erneut draussen sitzen kann. Die Reise kann also weitergehen.
Doch wie? Auf jeden Fall möchte ich von hier bis nach Ulm vom Donauradweg
abweichen und erneut durch das Donaumoos radeln, dass ich letzten Sonntag
schon in umgekehrter Richtung gefahren bin. Das ist für mich viel
angenehmer als der offizielle Verlauf des Donauradweges, der mit etwa
zwei Dutzend Kilometern auf unbefestigtem Untergrund durch Auwald aufwartet.
Das ist mir schlichtweg zu langweilig. Die andere Route verspricht hingegen
eine weite Sicht über das umliegende Land. Jenseits von Ulm möchte
ich entweder den gleichen Weg zurück fahren oder aber auf dem Donau-Bodensee-Radweg
zum Bodensee radeln. Darüber werde ich mich morgen im Laufe des Tages
entscheiden. |
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Blauer Himmel...wie lange noch? | |||||
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Auf dem Donauradweg zwischen Bertoldsheim und Marxheim | |||||
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Blick über das Lechfeld | |||||
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Blick von Lechsend Richtung Leitheim | |||||
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Die Donau bei Lauingen | |||||
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Lauingens Ausfalltor zur Donau... | |||||
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