![]() |
||||||
|
|
Freitag,
5.9.2014. Von Zürich nach Ramsen (72 Km)
|
|
||||
|
|
Ganz schön blöd.
Früher wäre mir so was nie passiert. Ich hab heute Morgen nochmals
den Luftdruck der Reifen geprüft und die Ketten geölt, wir haben
unsere Sachen gepackt, ein erstes Foto mit den Rädern vor dem Haus
geknipst, und gerade als wir unsere Taschen an die Velos hängen,
stellen wir fest, dass Margrit ja gar keine Halterung für ihre Lenkertasche
mehr an ihrem Rad hat. Die hab ich nämlich vor zwei Jahren an ihr
Birdy geschraubt, und für
diese Reise wollen wir nicht unsere Falträder, sondern die "grossen"
Räder nutzen. Das hatte ich völlig vergessen. Was tun? Wieder
ummontieren? Nach kurzer Untersuchung des Sachverhaltes stellt sich heraus,
dass die Schrauben der Taschenhalterung ihre besten Zeiten auch schon
gesehen haben. So wird Margrits Lenkertasche kurzerhand mit einem Spanngummi
am Gepäckträger festgezurrt. Natürlich eine absolut professionelle
Lösung, ist mir schon klar
So ist man schon durchgeschwitzt und aufgeregt, um nicht zu sagen genervt, bevor man überhaupt den ersten Kilometer absolviert hat. Aber endlich sind wir dann doch unterwegs. Es ist bedeckt, die Luftfeuchtigkeit ist hoch, dabei ist es relativ kühl, absolut kein T-Shirt-Wetter. Kaum an der Glatt angekommen, fängt es zu nieseln an. Liegt also doch irgendwas in Richtung Omen/Vorzeichen in der Luft? Wir tun uns mal so pro forma die Regenjacken drüber, nicht dass uns noch eine Nässe ereilt. Je weiter wir die Stadt hinter uns lassen, desto ruhiger wird es, innerlich und äusserlich. Bald hört auch der Niederschlag auf niederzuschlagen, und am Flughafen Kloten, an dem wir entlang dieser Strecke vorbei radeln, können wir die Regenklamotten wieder verstauen. |
Von nun an haben wir Asphalt
unter den Rädern, es geht leicht bergab, so sind wir im Nu an der
Mündung der Glatt in den Rhein und am Ende des begleitenden Radweges
angekommen. Wir folgen dem Rhein flussaufwärts, queren ihn bei Eglisau,
kämpfen uns innerorts die steile Rampe hoch und rollen ein paar Minuten
später über die weite Ebene des Rafzer Feldes.
Eigentlich wollten wir diese erste Etappe mit einer Schifffahrt auf dem Rhein kombinieren, das Flusstal zwischen Schaffhausen und Stein am Rhein mal wieder von einer anderen Perspektive, nämlich vom Wasser aus, erleben. Doch als wir die Zeiger der Kirchturmuhr in Rafz sehen, wird uns klar, dass wir diesen Programmpunkt getrost vergessen können: Das Kursschiff fährt etwa um halb zwei, da liegen noch zu viele Kilometer für die verbleibende Zeit vor uns. Schade. Dafür können wir nun unsere Kondition testen. Wir radeln über Rafz und Lottstetten nach Jestetten, über einen verschlungenen "Schmugglerpfad" nach Neuhausen, am Rheinfall vorbei, und rollen jenseits von Schaffhausen bis nach Ramsen, unserem ersten Etappenort. Im Laufe des Tages ist es warm geworden, denn die Sonne hat die Wolken vertrieben. So kommen wir am Schluss der Etappe noch ein wenig ins Schwitzen. Wir sehen heute viele Radler, auch solche mit Gepäck. Wie wohl die Unterkunftssituation jetzt im Frühherbst nach der Ferienzeit sein wird? In Ramsen selber haben wir gerade noch Glück gehabt, am nächsten Tag wäre das Hotel nämlich ausgebucht. Und auch für die morgige Übernachtung braucht es einige Telefonate, bis wir was finden. |
Weiterlesen zurück zur Titelseite zurück zum Menü |
|||
![]() |
Ein letztes Foto vor der Abreise (und vor der Entdeckung der fehlenden Taschenhalterung an Margrits Rad) | |||||
![]() |
Von der Geschäftigkeit des Flughafens... | |||||
![]() |
...zur (relativen) Stille im Glatttal | |||||
![]() |
Was sie wohl mit dieser Industriebrache vorhaben? | |||||
![]() |
Ja, Lottstetten hat einen schönen Kirchturm | |||||
![]() |
Der "Schmugglerpfad" auf dem Weg nach Neuhausen | |||||
![]() |
... | |||||
![]() |
Verschnaufpause... | |||||
![]() |
...am Rhein | |||||
![]() |
Tagesausklang im Hotel Hirschen in Ramsen | |||||
| zurück zum Menue ¦ zurück zum Text ¦ weiterlesen | ||||||