Samstag, 6.9.2014. Von Ramsen nach Salem (54 Km)

 

 
54 Kilometer können recht anstrengend sein. War es das ständige Auf und Ab und die Geräuschkulisse des Autoverkehrs auf dem Bodanrück oder die ungewohnt spätsommerlichen Temperaturen? Jedenfalls sind wir nudelfertig, als wir um zwei Uhr in Salem ankommen. Im Gasthof wollen sie dann auch noch einen höchst detaillierten Meldeschein ausgefüllt haben, und zwar sofort, was ich nicht so ganz auf die Reihe bekomme. Ich glaub, ich werde langsam alt. Müde und verschwitzt will es mir einfach nicht so recht gelingen, die Angaben richtig in die dafür vorgesehenen Felder einzutragen. Na ja, Schönschrift war eh noch nie meine Stärke und ohne Lesebrille geht halt mal der ein oder andere Strich daneben…

Was jetzt nicht heissen soll, dass wir keine schöne Tagesetappe gehabt hätten. Er fing nämlich ganz entspannt an, der Samstag. Beim Auschecken noch etwas Radsportfan-Tratsch mit Herrn Neidhart vom Hotel Hirschen, wo bei der Tour-de-Suisse oft ein Team nächtigt, wenn ein Etappe durch die nördliche Schweiz geführt wird. Dann machen wir uns auf dem Weg in Richtung Bodensee. Es ist ziemlich neblig, alle Geräusche sind gedämpft, nur das Krächzen der Krähen auf den Feldern dringt zu uns durch. Irgendwie ein angenehmer Start. Nur schade, dass wir kaum was von der Landschaft sehen.

Etwas später, da sind wir schon in der Ortschaft Moos und am Bodensee, lichtet sich der Nebel und die Sonne kommt durch. Gleichzeitig sind wir jetzt mit dem Trubel am Bodensee konfrontiert. Ganz schön was los hier. Eine Unmenge Radfahrer, motorisierte Ausflügler, Wanderer, Einheimische, die ihren Geschäften nachgehen.
Wir entscheiden uns, dem etwas den Rücken zu kehren und nicht die übliche Route am See entlang bis zur Fähre nach Meersburg zu nehmen, sondern diagonal über den Bodanrück zu fahren. Deswegen zweigen wir bei Markelfingen vom Bodenseeradweg ab und radeln über Kaltbrunn, Dettingen, Wallhausen und Litzelstetten bis zur Insel Mainau und weiter bis zum Fährhafen. Eigentlich eine sehenswerte Strecke, doch leider muss man sich die kleine Strasse hier mit den Autos teilen, und das geht einem irgendwann dann doch ein wenig auf den Keks - gerade auch mit den Steigungs- und Gefällepassagen, wo man letztendlich halt doch ein Verkehrshindernis darstellt. Ist nicht wirklich gravierend, es ermüdet einen einfach auf Dauer - zusammen mit der schwül-warmen Witterung.

So hätten wir nichts dagegen, wenn die Ankunft an der Fähre gleichzeitig auch das Ende der heutigen Tagesetappe bedeuten würde. Doch auf der anderen Seeseite warten noch gut ein Dutzend Kilometer auf uns. Die wir natürlich auch noch schaffen, ist ja klar. War trotz allem ein schöner Tag, nur etwas zu voll und zu laut.

Dafür haben wir mit der heutigen Unterkunft Glück. Das "Meldeschein-Drama" ist bald vergessen, und wir geniessen den Abend im Garten, speisen gut, geniessen die hereinbrechende Nacht auf dem Balkon unseres Zimmers und freuen uns, unterwegs sein zu dürfen.
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    Start...  
           
    ...in den Nebel...  
           
    ...der bei Radolfzell...  
           
    ...schon wieder Geschichte ist  
           
    Fahrt über den Bodanrück  
           
    ...  
           
    Jetzt noch mit der Fähre über den Bodensee  
           
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