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| Irgendwo bleibt mir heute einfach auch mal die Spucke weg. Und zwar
genau da, wo uns der Traktorfahrer auf dem engen Waldweg entgegen kommt.
Wir halten brav an und wollen ihn passieren lassen, doch der Fahrer
sucht das Gespräch. Wie das Wetter werden wird, will er wissen.
Also wenn er als Bauer das nicht weiss, wieso ich? Ach so, ich soll mit
dem Mobiltelefon im Internet nachschauen. Dazu hab ich aber keine Lust. Ich
versuche ihm das mit den Roaminggebühren und der Schweiz und so weiter
zu erklären, doch irgendwie weiss er damit nichts anzufangen. So ziehen
wir alle wieder unseres Weges. Er ratlos und scheinbar verstimmt, ich
eher amüsiert über dieses Anliegen, vorgebracht aus zahnlosem
Munde. Hab ich auch noch nicht gesehen resp. erlebt. Ich dachte immer,
als Landwirt kann man das kommende Wetter auf Tage hinaus anhand
gewisser Naturerscheinungen vorhersagen.
Dem ist wohl nicht so. Was aber wohl ist: Heute fahren wir unsere
Königsetappe! Und zwar rollen wir mit dem Morgendunst aus Eichstätt, folgen dem Radweg und damit natürlich auch dem Fluss. Die Kanuwanderer, meist Jugendgruppen, kriechen gerade aus ihren Zelten, verstauen ihre Sachen in den Packtaschen oder sitzen verschlafen am noch rauchenden Lagerfeuer, eine Tasse Kaffee in der Hand. Die vielen Radler, die wir gestern gesehen haben, sitzen wohl alle noch beim Frühstück. Wir sind dagegen schon auf Piste, geniessen das zügige Vorankommen, sammeln Flussschleife um Flussschleife, Ortschaft um Ortschaft. Kipfenberg, Kinding, Beilngries, Dietfurt - alles Barock, alles frisch herausgeputzt, alles nach einer Besichtigungspause rufend. |
Es wird wieder heiss. Der Radfahrer benötigt Pausen.
Bei uns sind es zwei. Wobei besonders die kleine Konditorei gleich
hinter Dietfurt - das Café Untermühle - mit ihrem hervorragenden
Himbeerkuchen und der charmanten Bedienung hervorzuheben ist. Mittlerweile ist die Altmühl kein liebliches Flüsslein mehr, sondern zum Main-Donau-Kanal mutiert. Begradigt, reguliert, man kennt das ja. Und wir? Sind reichlich müde geworden. Fast 80 Km stehen auf dem Tacho, und in Riedenburg ist es dann auch gut für heute. Und es wird noch ein sehr interessanter Abend: Im Restaurant setzt sich ein Herr, etwa in meinem Alter, aus der Sächsischen Schweiz stammend, zu uns an dem Tisch. Allmählich beginnen wir miteinander zu reden, fragen nach dem Woher und Wohin, und bald tauschen wir unsere Jugenderlebnisse aus und vergleichen dabei die Situation in Ost- und Westdeutschland. Ergebnis: War auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs ganz ähnlich. Wer hätte das gedacht? |
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| Ein Morgen mit Nebel... | ||||
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| ...ein einsamer Fluss... | ||||
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| ...und die Sonne tut sich noch schwer. | ||||
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| Wohlfühloase in Riedenburg... | ||||
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| ...und das letzte Foto dieser Reise. | ||||
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