Ein Segen sind sie ja schon, unsere Klappräder. Ohne die Faltfunktion dürften wir sie heute gar nicht mit in unser Hotel nehmen und sie müssten nachts draussen bleiben. Unsere Unterkunft in Paris ist nämlich das erste Hotel seit Menschengedenken, das partout keinen Abstellplatz für Fahrräder bereitstellen mag - keine Tiefgarage, keinen Nebenraum, kein Abstellkämmerchen oder dergleichen. So wird eben geklappt und gefaltet, und mit der Schutzhülle darüber sieht das alles auch noch recht sauber aus. Da hat dann auch die gestrenge Dame an der Rezeption, scheinbar etwas überfordert mit den Bedürfnissen von Radtouristen, nichts mehr dagegen, dass wir die Räder mit aufs Zimmer nehmen.

Ja, wir sind in Paris angekommen, dem Ausgangspunkt für unseren Sommerurlaub. Die Anreise mit dem TGV war so angenehm wie kurz, auf vier Stunden ist die Distanz zwischen Zürich und Paris mittlerweile geschrumpft. Um die Mittagszeit rollen wir aus dem Gare de Lyon und radeln zur Seine, zur Notre Dame, suchen den Weg zu unserem Hotel im Quartier Latin. Nach dem Zimmerbezug streunen wir durch die Stadt. Es ist sehr heiss und die Stadt quillt vor Touristen nur so über, eine ermüdende Kombination zweier Stressfaktoren. Auf einen Antrittsbesuch der Notre Dame verzichten wir heute lieber, die Warteschlange der Besichtigungswilligen ist eh schon lang genug, da brauchen wir uns nicht auch noch dazu gesellen. Da muss man halt in den eigenen Erinnerungen kramen und sich das Innere der Kirche vor dem geistigen Auge quasi virtuell visualisieren.

  Alsdann versuchen wir mittels Ausflugsschiff wenigstens etwas den Menschenmassen am Seineufer zu entkommen, steigen aber nach zwei Stationen entnervt wieder aus, weil auch hier, wie nicht anders zu erwarten, alles überfüllt ist. So ist das eben mit der Individualdistanz, die jeder Mensch benötigt. Andere brauchen wenig, wir brauchen viel.

Lieber schlendern wir mal zur Champs-Elysées und begutachten die Stelle, wo Danilo Hondo bei der Schlussetappe der diesjährigen Tour de France so schwer wie spektakulär gestürzt ist. Und bald darauf finden wir in den Tuilerien ein relativ ruhiges Café im Schatten gewaltiger Kastanienbäume, lassen das mit dem Besichtigen für heute sein und versuchen, den "Kulturschock" zu verkraften. Dabei tun sich folgende Fragen auf: Wie hat die Stadt wohl zu den Zeiten Hemingways, Picassos oder Gertrude Steins gewirkt, also in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts? Und hätte man heutzutage im Winter, sagen wir mal im Januar oder Februar, mehr Muse, um all die Museen zu besichtigen?
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    Angesichts der Warteschlange vor dem Eingangsportal hält sich unser Besichtigungs-bedürfnis dann doch in Grenzen  
       
    Auch vor dem Louvre braucht man Geduld  
       
    Anscheinend hat die Stadt aber auch noch ein paar andere sehenswerte Plätzchen  
       
    Paris Plage zum Beispiel...  
       
    ...wo heute nichts willkommener ist als diese Berieselungsanlage  
       
    Wo findet man heute etwas Ruhe vor den Massen?  
       
    Hier?  
       
    Oder hier?  
       
    Hier?  
       
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