![]() |
| Zum ersten
Mal benötigen wir heute Handschuhe und Fleecepulli. Dazu hat der Wind
gedreht und weht uns heftig entgegen. Besonders als die Weser hinter Hameln
einen Bogen nach Westen macht, bremst uns das ziemlich aus. Das ändert
natürlich nichts an der - ich wiederhole mich - Schönheit des
Tales. Gestern Nacht hat es geregnet und die Sonne leckt die Erde trocken
und produziert dabei Wolken und das ergibt zusammen mit den Sonnenstrahlen
beeindruckende Lichtstimmungen, was das Auge zusätzlich erfreut.
All das tröstet uns etwas über eine Enttäuschung hinweg. Wir wollten nämlich bei Hameln vom Weserradweg abweichen und zum Steinhuder Meer radeln und dort vielleicht ein paar Tage bzw. sogar den Rest der Ferien verbringen, am liebsten in genau jenem Hotel in Mardorf, das uns von der Deutschlandreise 2008 her noch in Erinnerung ist. Doch dort gibt es keine einzige freie Unterkunft mehr. Wir rufen ein paar Hotels an und überall der gleiche Grundtenor: Alles ist hier schon seit Wochen ausgebucht. Das hätten wir so jetzt auch nicht gedacht in unserer völligen Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten. Schade, irgendwie. Nun, so radeln wir eben weiterhin den Fluss hinab, ist ja nicht die schlechteste Alternative. Hameln scheidet auf dieser Reise als Etappenort aus, liegt aber gerade richtig für eine kleine Pause mitten am Vormittag. Während wir so dasitzen, ziehen wir eine kleine Zwischenbilanz: Wir erleben die Reise ganz anders als damals. Die anderen Etappenorte, die kürzeren Tagesabschnitte, ich bin nicht mehr so getrieben wie damals, als ich vor lauter Ungewissheit und Unerfahrenheit gar keine Geduld für ausgiebiges Besichtigen aufbrachte. Jedenfalls sind wir sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Und die kürzeren Etappen bekommen uns, keine Frage. |
Es sind erstaunlich viele Radreisende aller Couleur unterwegs: Individualisten wie wir es sind. Gruppen mit Leihrädern von Pauschalanbietern. Familien mit Kindern, bei denen auch die Kleinen schon Packtaschen auf dem Gepäckträger haben. Auch Radler mit Gepäck für eine Weltumrundung. Wir treffen auch immer wieder auf Leute, die uns gestern oder vorgestern schon aufgefallen sind und die einen ähnlichen Rhythmus wie wir zu haben scheinen. Auch die zwei Kanuten mit ihren beladenen Booten haben wir schon in Bad Karlshafen gesehen. Ob die wohl den ganzen Fluss hinunter schippern? Als wir uns hinter Hameln endgültig gen Westen wenden, wird der Wind zu einem Hindernis. Das uns aber trotzdem nicht davon abhält, die Landschaft zu geniessen. Rechter Hand das Wiehengebirge, vor uns das sehr weit gewordene Tal. So mag ich's. Wir ziehen durch bis Rinteln und lassen es dann gut sein. Rinteln gefällt uns sehr gut. Wirkt lebendig auf uns. Keine dieser
"toten" Schaufenster sind zu sehen, die mir in diesem Jahr hier
und auch auf meiner Reise
im Mai aufgefallen sind. Natürlich ist alles sehr touristisch
und man bekommt sowieso immer nur einen kurzen Eindruck. Aber man hat
eben auch schon andere Städte gesehen. Als am späten Nachmittag
dann nochmals die Sonne von einem blauen Himmel scheint, lässt es
sich auf dem Marktplatz gut aushalten. Der Brunnen, oder besser gesagt
das Wasserspiel vor der Touristen-Info animiert Kinder bis hin zum Bubenalter
zum Plantschen und der Ratskeller wird zum (momentan) interessantesten
Gebäude der bisherigen Reise gekürt. |
|||||
![]() |
Der Fluss am Morgen | |||||
![]() |
Es ist diesig... | |||||
![]() |
...die Sonne hat zu tun | |||||
![]() |
... | |||||
![]() |
... | |||||
![]() |
Das Flusstal... | |||||
![]() |
...ist weiter geworden |
|||||
![]() |
Die Birdies absolvieren ihre dritte Radreise | |||||
![]() |
Nettes Städtchen... | |||||
![]() |
...dieses Rinteln | |||||
![]() |
Wasserfreuden auch für die nicht mehr ganz so Kleinen | |||||
| zurück zum Menue ¦ zurück zum Text ¦ weiterlesen | ||||||